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Dienstag, 27.05.2014

Walter Hill: Ein stahlharter Mann

Werkschau des 48 STUNDEN-Regisseurs und ALIEN-Produzenten

Eddie Murphy und Nick Nolte in NUR 48 STUNDEN

Walter Hill steht als Filmemacher für den Urtypus des harten Kerls einer beinahe vergangenen Zeit: 1942 in Long Beach geboren, begann er in Hollywood als Regieassistent, unter anderem bei BULLITT  (1968) mit Steve McQueen, dessen knallharter Zynismus und grandiose Verfolgungsjagd sein späteres Werk prägten. Daneben schrieb er Drehbücher, u.a. THE GETAWAY (1972) für Sam Peckinpah, ebenfalls mit Steve McQueen.


Charles Bronson und Robert Tessier in HARD TIMES

Sein erster Film als Regisseur war HARD TIMES (EIN STAHLHARTER MANN, 1975) mit einem lakonischen Charles Bronson als Straßenboxer während der Depression und James Coburn als sein raffinierter Promoter. Sein zweiter Film war THE DRIVER (1978) mit Ryan O'Neal, der als Inspiration für Nicolas Winding Refns DRIVE (2011) mit Ryan Gosling diente.


Michael Beck und Jery Hewitt in THE WARRIORS

1979 brachte er den New Yorker Bandenfilm THE WARRIORS heraus, der bis heute erheblichen Einfluss auf U.S. Rap- und Straßenkultur hat und Kultstatus genießt. In den USA löste der Film gewaltsame Konflikte zwischen Gangs aus - nach dem zweiten Wochenende im Kino waren drei Tote zu beklagen und Paramount musste Securitys für einzelne Großstadtkinos stellen. In Deutschland wurde WARRIORS als gewaltverherrlichend indiziert und ist bis heute relativ unbekannt - obwohl er als Meilenstein des Actionkinos gilt.

1979 war Walter Hill außerdem als Produzent und Autor an ALIEN unter der Regie von Ridley Scott beteiligt. Er produzierte alle Alien-Filme bis PROMETHEUS (2012), und schrieb an den ersten drei Drehbüchern mit.


T.K. Carter, Powers Boothe und Keith Carradine in SOUTHERN COMFORT

Obwohl Hill sagt, seine Filme seien "eigentlich alle Western", war sein erster richtiger Western THE LONG RIDERS (1980). Der Film basierte auf einer Idee von James und Stacy Keach, die gerne die legendären Brüder Jesse und Frank James spielen wollten. Dazu castete er David, Robert und Keith Carradine, Dennis und Randy Quaid sowie Christopher und Nicolas Guest, die alle historische Geschwister im Wilden Westen spielten. Es war Hills erste Zusammenarbeit mit Ry Cooder als Filmkomponist, der ebenfalls die Filmmusik zum Sumpf-Survival-Abenteuer SOUTHERN COMFORT (DIE LETZTEN AMERIKANER, 1981) und vielen weiteren Filmen Hills lieferte.

1982 folgte sein größter kommerzieller Erfolg NUR 48 STUNDEN mit dem jungen Eddie Murphy als gewiefter Ganove an der Seite vom abgebrühten Bullen, gespielt von Nick Nolte, und knüpfte 1990 mit UND WIEDER 48 STUNDEN an dessen Erfolg an. Das Rock'n'Roll-Bandenmärchen STREETS OF FIRE (1984) galt als Flop an der Kinokasse, aber genießt heute Kultstatus.


Arnold Schwarzenegger und James Belushi in RED HEAT

Mit Nick Nolte folgte 1987 EXTREME PREJUDICE (AUSGELÖSCHT) nach einer Idee von John Milius, mit dem er auch 1993 an GERONIMO arbeitete. 1988 drehte er mit Arnold Schwarzenegger und James Belushi RED HEAT, und 1996 mit Bruce Willis LAST MAN STANDING nach YOJIMBO von Akira Kurosawa. Sein vorerst letzter Film war BULLET TO THE HEAD (SHOOTOUT - KEINE GNADE, 2013) mit Sylvester Stallone und Christian Slater.


Bruce Willis in LAST MAN STANDING

Das Filmfest München zeigt in seiner Retrospektive 2014 alle Regiearbeiten von Walter Hill. Hill wird die ganze Festival-Woche als Ehrengast anwesend sein, Geschichten aus seiner spannenden Karriere erzählen und Fragen des Publikums beantworten.

Walter Hill wird am Do. 03.07. um 18 h bei Filmmakers Live in der Black Box auftreten und Fragen aus dem Publikum beantworten. Bitte beachten Sie, dass hierfür kostenlose Tickets gezogen werden müssen - sichern Sie sich ihre Karten jetzt!

Collin McMahon

Lesen Sie hier unser Interview mit Dr. Ivo Ritzer zu Walter Hill.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung zur Werkschau Walter Hill.


Walter Hill 2012