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Dienstag, 24.06.2014

Das Afrikanische Jahrhundert: Schwarz, Weiß, Bunt

4 Filme aus und über Afrika

Isaach De Bankolé in RUN

Ein tansanischer Albino, ein Attentäter auf der Flucht, ein träumender Taxifahrer und eine Gruppe äthiopischer Straßenkinder - dies sind die charismatischen Protagonisten aus Afrika beim diesjährigen FILMFEST MÜNCHEN.

Vier extrem spannende Blicke auf den "vergessenen Kontinent" zeigen couragierte Aussenseiter in ihrem Kampf um Respekt und Kontrolle über ihr eigenes Leben. Allen vier Filmen ist der Blick von Außen gemeinsam.

Hamisi Bazili in WHITE SHADOW

Authentisch bis an die absolute Schmerzgrenze, mit bestechenden filmischen Mitteln zeigt der israelische Regisseur Noaz Deshe in WHITE SHADOW den aussichtslosen Überlebenskampf eines Albinos im heutigen Tansania. Ein kompromissloser Film, der auf zahllosen Festivals rund um die Welt Furore machte und bereits zahlreiche Preise gewinnen konnte.


Abdoul Karim Konaté in RUN

RUN ist Titel, Hauptfigur und Programm in Philippe Lacôtes äußerst kraftvollem Debütfilm, der einen Attentäter auf der Flucht zeigt und im Laufe des Films sowohl die Ursachen seiner existenziellen Wut, als auch ein zugespitztes Gesellschaftspanorama der Elfenbeinküste liefert. Lacôtes moderner Zugriff ist angereichert mit Elementen der Popkultur und besticht durch eine sehr persönliche Bildersprache. Nebenbei auch ein wunderbarer Gastauftritt von Isaach De Bankolé, bekannt aus Jim Jarmuschs GHOST DOG (1999)!


Die Straßenkinder Habtom, Yohannes und Daniel in THE WILD YEARS

Eine gegensätzliche filmische Herangehensweise wählt der katalanische Regisseur Ventura Durall in THE WILD YEARS. Ein großartig fotografierter Dokumentarfilm über eine Gruppe äthiopischer Straßenkinder, die, wie so viele jungen Helden im Programm des diesjährigen Filmfest, mit Mut und Witz ihr Außenseiterschicksal selbst in die Hand nehmen. Ein Film der trotz der gezeigten traurigen Lebensbedingungen in seiner positiven Energie ansteckend wirkt.


Abebe Ephrem Walle in L'ÉCLAT FURTIF DE L'OMBRE

Ein diffuser Blick durch die Fensterscheibe eines Taxis auf den nächtlichen Regen lässt in der belgisch-deutschen Koproduktion (Heimatfilm) L'ÉCLAT FURTIF DE L'OMBRE (SHATTERING SHADOW) die Vision einer fernen Lebenswelt aufglimmen. Hier schafft die Kraft des Kinos ein transitorisches Nebeneinander der Lebenswelten, ein assoziatives Verschwimmen von Zeit und Raum und überbrückt mühelos die Distanz zwischen zwei völlig unterschiedlichen Kulturen, der Europas und der Afrikas. Ein Film als bitterer Erinnerungsstrom, der die durch Bürgerkrieg und Vertreibung geprägte Geschichte eines ganzen Landes (und Kontinents) reflektiert.

FILMFEST MÜNCHEN 2014: It's time for Africa!

Bernhard Karl

Filme aus Afrika beim FILMFEST MÜNCHEN 2014

CineVision
WHITE SHADOW, Noaz Deshe, Tansania/Italien/Deutschland
RUN, Philippe Lacôte, Frankreich/Elfenbeinküste

International Independents
L'ÉCLAT FURTIF DE L'OMBRE (SHATTERING SHADOW), Alain-Pascal Housiaux und Patrick Dechesne, Belgien/Deutschland/Äthiopien
THE WILD YEARS (ELS ANYS SAVATGES), Ventura Durall, Spanien/Äthiopien