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Donnerstag, 29.06.2017

BÜHNE FREI

Künstler-Geschichten im Kino

Vincent Lindon als AUGUSTE RODIN

 

Das Kino ist die wunderbare Mitte zwischen Hoch- und Popkultur: Filme können genauso vom Alltag erzählen, wie von gigantischen Monstern, die Städte niedertrampeln; Verwunschene Prinzen, mutige Superheldinnen und allein erziehende Väter – die Vielfalt der Geschichten ist endlos. Auf der anderen Seite gehören Godard- und Fellini-Filme zum Kanonen des Bildungsbürgertums. Besonders interessant wird die Mischung, wenn zum Beispiel Darstellende und Bildende Künste ihren Weg auf die Kinoleinwand finden – inszeniert von kreativen Regisseuren versteht sich.

Auguste Rodin war der bedeutendsten Bildhauer seiner Zeit. Mit ihm begann das Zeitalter der modernen Plastik und Skulptur. Jacques Doillon inszenierte für seinen Film AUGUSTE RODIN den französischen Starschauspieler Vincent Lindon als reifen Rodin. Dieser begegnet der jungen Camille Claudel, die unbedingt seine Assistentin werden möchte. Die beiden beginnen ihre Zusammenarbeit – und Liebesbeziehung, die über ein Jahrzehnt dauert bis Camille einen endgültigen Schlussstrich zieht. Rodin pflegt neben seiner Beziehung zu Rose Beuret auch noch zahlreiche Affären mit Assistentinnen und Modellen – ganz der Sensualist, dem die Kunst ein zutiefst erotisches Vergnügen bereitete.

Auch er kommt ursprünglich von der bildenden Kunst: Er studierte Malerei, zitiert gern sein großes Vorbild Edward Hopper auch in Filmeinstellungen. David Lynch ist für Filme wie BLUE VELVET und MULHOLLAND DRIVE sowie die nun fortgesetzte Kultserie TWIN PEAKS weltberühmt.  Im Dokumentarfilm DAVID LYNCH: THE ART LIFE gibt der Regisseur selbst Einblicke in seine Vergangenheit. Über drei Jahre hinweg führten die Filmemacher Interviews mit Lynch, zeigen ihn beim Malen und alltäglichen Schaffen. Ein eingehendes Porträt des Künstlers, vom jungen Mann bis zum reifen Regisseur.

 

Ivan Yankovsky in QUEEN OF SPADES

 

Andrej kann mit seinem Gesang Glas zerbrechen lassen, seit er als Kind in einem gefrorenen See einbrach. Pavel Lungins Oper-Thriller um eine Inszenierung von Tschaikowski Oper mit dem gleichen Namen QUEEN OF SPADES bietet Spektakel vor und hinter dem Vorhang: Wenn die alternde Diva Sofia den jungen Andrej in eine Schattenwelt des mafiösen Glücksspiels ein- und vor den Augen seiner eigentlichen Partnerin verführt. In großen Kinogesten und als Melodrama ist dieser Film ein theatralischer Genuss.

Auf die Bühne des Moskauer Bolschoi Theaters führt auch die autobiographisch gefärbte Coming-of-Age-Geschichte POLINA von Tänzer, Choreograph und Filmemacher Angelin Preljocaj: Die junge Russin Polina wird nach den strengen Regeln des klassischen Balletts ausgebildet und schafft es bis ans prestigeträchtige Bolschoi-Theater. Gegen enorme Widerstände und angezogen von den freien Ausdrucksformen wendet sie sich dem modernen Tanz zu.

 


POLINA

Wenn von Tanz im Film die Rede ist, dann sollte natürlich der größte Filmstar der Welt nicht fehlen: Sha Rukh Khan. Als Automechaniker Raj führt er in DILWALE – ICH LIEBE DICH ein ruhiges Leben. Doch seine kriminelle Vergangenheit holt ihn wieder ein. Der Bollywood-Superstar tanzt und schießt sich virtuos durch diesen Film. In Kooperation mit dem TV-Sender Zee.One zeigt das FILMFEST MÜNCHEN in diesem Jahr vier lebensfrohe Bollywoodfilme, die Lust auf Mittanzen machen – und das nicht nur Sha Rukh Khans 25 Millionen Social Media Followern weltweit.