One Future Preis

One Future PreisDie Menschen unseres Jahrhunderts haben nur eine einzige unteilbare Zukunft - One Future. Der Preis der Interfilm Akademie München zeichnet seit 1986 Filme aus dem Programm des FILMFEST MÜNCHEN aus, die sich ethisch und filmästhetisch mit der unteilbaren Zukunft dieser Welt auseinander setzen.

Preisträger 2011: CAIRO EXIT


  • Hauptpreis: Hesham Issawi für CAIRO EXIT (Ägypten)

Begründung der Jury: Hesham Issawis  existenzielles Drama Cairo Exit ist eine Geschichte, in dem die Liebe der koptischen Christin Amal zum Muslimen Tarek eine wahrhaft inter-religiöse Kraft entfaltet.  Inmitten eines bestürzend hoffnungslosen Milieus drohen zwei Familien im Dickicht sozialer und konfessioneller Feindseligkeit zu ersticken.  Nicht einmal Träume bieten einen Ausweg. Der Film lebt von einer Ästhetik der Kontraste. Obwohl eine Welt des stummen Schmerzes die Charaktere mit Armut und Schicksalsschlägen peinigt, strahlt der Kampf des Liebespaars um Haltung und Würde jene Menschlichkeit aus, die den arabischen Frühling ermöglicht hat. Trotz Trennung, Schmerz, Auswegslosigkeit und Tod scheint nur noch die Farbe des Meeres Himmel und Hölle metaphorisch zu versöhnen. Am Ende fragen sich Amal und Tarek, ob es denn das gleiche Paradies sei, das sie sich als Liebende trotz unterschiedlicher Religion teilen könnten.

  • Ehrenpreis (postum): Juliano Mer Hamis

Preisträger 2010: THE WHITE SPACE (LO SPAZIO BIANCO)


Regie: Francesca Comenici, Italien 2009

LO SPAZIO BIANCO, der weiße Raum (Innenraum/Kosmos, basierend auf der gleichnamigen Novelle von Valeria Parrella), spiegelt das Thema einer "gemeinsamen Zukunft" angesichts des Zerfalls traditionneller Familienstrukturen.

Marias Situation, eine intelligente, nicht mehr ganz junge Lehrerin, verstrickt in unstete Partnerbeziehungen, ist fast schon paradigmatisch für unsere moderne westliche Gesellschaft zwischen Selbständigkeit und Einsamkeit. Ihr Gleichgewicht bricht zusammen, als sie schwanger wird. Als Frühgeburt kommt das Kind im sechsten Monat zur Welt. Aber was heisst "zur Welt kommen" ? Das Überleben im Brutkasten bleibt lange ungewiss. Die folgenden zwei Monate verbringt Maria bei ihrem Kind im Krankenhaus, in einem durch weisse Vorhänge umgebenen Raum der Selbstfindung. In der Einsamkeit des spazio bianco, der wie eine Spiegelung des Uterus für die Geburt des Kindes und der Mutter dient, wachsen beide in einer Art Initiation aufeinander zu. Zwischen Rückzug in einen inneren Raum und der Hinwendung zu Anderen gilt es, sich existentiellen Ängsten zu stellen, zur Ruhe zu kommen und sich dem schutzbedürfigen Kind zu widmen.

In bemerkenswerter Übereinstimmung zwischen Form und Inhalt bindet LO SPAZIO BIANCO den Zuschauer in sensibler Weise, vor allem durch Kameraführung und Schnittmontage, in den Prozess der Selbstwerdung ein, verwoben zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.



ONE-FUTURE-PREIS 2010 UND EHRENPREIS FÜR PETER FLEISCHMANN

Mit einem Ehrenpreis für sein Gesamtwerk wird in diesem Jahr der Regisseur Peter Fleischmann (Frankreich/Deutschland) ausgezeichnet.

Fleischmann studierte am Deutschen Institut für Film und Fernsehen (DIFF) in München und am Institut des hautes études cinématographiques (IDHEC) in Paris. 1963 bis 1965 inszenierte er Kurz- und Kinderfilme. Sein Dokumentarfilm "Herbst der Gammler" über Generationen - konflikte in München erregte 1967 einiges Aufsehen.

Nach dem gesellschaftskritischen Theaterstück JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN von Martin Sperr schuf er 1968 seinen ersten abendfüllenden Spielfilm. Er galt seitdem als Repräsentant des Neuen Deutschen Films. Zusammen mit Volker Schlöndorff gründete er 1969 die Filmproduktionsfirma Hallelujah Film. Auch Fleischmanns spätere Arbeiten kreisen um das Problem der erzwungenen Anpassung des Einzelnen an eine verständnislose Umgebung. Immer wieder entpuppt sich dabei der vermeintlich Böse als gut und die vermeintlich Guten als böse. In den 1990er Jahren war er auch an der Leitung der Babelsberg Studios (früher UFA bzw. DEFA) beteiligt. 1991 drehte er, als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, DEUTSCHLAND, DEUTSCHLAND, eine Dokumentation, die sich mit der deutschen Wende auseinandersetzt.

Im Jahr 2006 entstand MEIN FREUND, DER MÖRDER, ein Dokumentarfilm über seinen Freund Bernhard Kimmel.

Mit seinem Spielfilm JAGDSZENEN AUS NIEDERBAYERN, der Toleranz gegenüber einem Homo - sexuellen im eigenen Dorf fordert, hat er in den 70er Jahren für einen Skandal gesorgt. Seitdem engagierte er sich für Toleranz und Menschenrechte in den verschiedensten Gesellschaftsschichten und Ländern, ohne in Klischees abzugleiten.

Peter Fleischmann wird bei der Preisverleihung persönlich zugegen sein.



Lobende Erwähnung: NATARANG

Regie: Ravi Jadhav, Indien 2010

NATARANG porträtriert einen Landarbeiter, der in der indischen Provinz in einem populären Tamasha-Stück auf der Bühne eine "umgekehrte Hosenrolle" mit ungeahnten Folgen spielt. Alle persönlichen Beziehungen scheitern an dieser Infragestellung der geschlechtsspezifischen Rollen.



Lobende Erwähnung: CLEVELAND VERSUS WALLSTREET (MAIS MIT DÄ BÄNKLER)

Regie: Jean-Stéphane Bron, Schweiz / Frankreich 2010

Die Stadt Cleveland klagt gegen Wallstreet, weil sie durch die Banken und ihre Subprimes ruiniert wurde. Es kam jedoch nie zum Prozess. Diese Doku-Fiktion inszeniert einen realen Fall mit realen Protagonisten in einer fiktiven Gerichtsverhandlung, um sich Gehör zu verschaffen.



Bisherige Preisträger:


2009

PA-RA-DA
Regie: Marco Pontecorvo

One-Future-Ehrenpreis: Peter Lilienthal
Lobende Erwähnung: Anne Aghion für ihre Dokumentation MY NEIGHBOR MY KILLER

2008

DIE KLASSE
Regie: Laurent Cantet

2007

THE WOVEN STORIES OF THE OTHER
Regie: Sherad Anthony Sanchez

2006

CROSSING ARIZONA
Regie: Joseph Mathew, Dan DeVivo

2005

DER ITALIENER
Regie: Andrei Kravchuk

2004

VODKA LEMON
Regie: Hiner Saleem

2003

OMNIBUS 174
Regie: José Padilha

2002

ANANSI
Regie: Fritz Baumann

2001

VERSPRECHEN
Regie: Justine Shapiro und B.Z.Goldberg

2000

BONHOEFFER - DIE LETZTE STUFE
Regie: Eric Till

1999

SPIEL DER GÖTTER
Regie: Khyentse Norbu

1998

Ehrenpreis für das Lebenswerk von Marianne Rosenbaum undGérard Samaan
(in St. Petersburg verliehen)

1997

MITTWOCH
Regie: Victor Kossawski
(in St. Petersburg verliehen)

1996

TODAS - AM RANDE DES PARADIESES
Regie: Clemens Kuby

1995

ERMO
Zhou Xiaowen

WRONY
Dorota Kedzierzawska

1994

IT'S ALL TRUE
Regie: Orson Wells

1993

LATCHO DROM
Regie: Tony Gatlif

1992

Ulla Rapp für das Surviving Columbus Programm (10. MÜNCHNER FILMFEST)

1991

BILETAS IKI TAJ MAHAL
Regie: Algimantas Puipa

1990

MIACHLOEBA
Regie: Alexander Rechwiaschwili

1989

MAPANTSULA
Regie: Oliver Schmitz

1988

KRÓTKI FILM O ZABIJANIU
Regie: Kryzsztof Kieslowski

1987

GERÓNIMA
Regie: Raúl Alberto Tosso

1986

HALF LIFE
Regie: Dennis O´Rourke


Film-Reihen

News

Freitag, 18.05.2012

VERBRECHEN auf dem Filmfest

Oliver Berben verfilmt Ferdinand von Schirach mit Sepp Bierbichler

Mehr... Donnerstag, 17.05.2012

Der Sound of Munich kehrt zurück

Giorgio Moroder Ehrengast beim 30. FILMFEST - mit Parties und Open Air

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El festival de cine de Munich es el más grande festival no competitivo en Alemania. Cada verano en medio de una atmósfera relajada tiene lugar en la Rambla del Isar un intensivo diálogo entre cineastas y directores de cine. Aunque se recrea el cine en sus variantes artísticas y culturales, este festival constituye también una plataforma de la industria del cine alemán y su mercado, el cual goza de gran prestigio a nivel internacional.

Le FILMFEST MÜNCHEN est le plus grand festival public non-compétitif d’Allemagne.
Dans une atmosphère de détente, un dialoge intensif entre réalisateurs et cinéastes se tient tous les étés sur les rives de l’Isar. Bien que le film y soit célébré pour son essence artistique et son expression culturelle, le Filmfest München est un marché très populaire, aussi bien sur le plan de l’industrie du film allemand que celui de l’industrie cinématographique internationale
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