Das Paradies auf Erden
Filmfest 2003

Der Fotograf Hans Madej entdeckt einen nahezu verlassenen Ort in Ostpolen. Er trifft auf eine Gruppe alter Menschen, für die die Bibel wie ein Drehbuch fürs Leben war. In den dreißiger Jahren hatte der Bauernprophet Eliasz ihnen biblische Rollen zugeteilt und sie aufgefordert, auf einer nahe gelegenen Waldlichtung die zukünftige Welthauptstadt, das Paradies auf Erden, zu errichten. Wenige Jahre später verschwand Eliasz spurlos. Für die Dorfbewohner blieb er das Prinzip Hoffnung, mit dem sie Revolution, Krieg und deren Folgen mehr als 60 Jahre lang ertrugen. Die abenteuerliche Suche des Fotografen nach Eliasz bringt ihn bis in die stalinistischen Lager Sibiriens. Faszinierende Bilder entführen uns in eine fremde, unbekannte Welt, in der sich biblischer Mythos und Realität mischen. Plötzlich erscheint das Schicksal dieser Menschen fernab unseres modernen Lebens wie eine Parabel auf die Suche nach dem Sinn des Lebens.
Biographie Hans Madej: Jahrgang 1953, studierte Publizistik, Germanistik und Kunstgeschichte, bevor er 1981 als Autodidakt zu fotografieren begann. Bis 1995 arbeitete er als freier Fotograf für "Geo", "Merian", den "Stern" u.a. Heute lebt er in München. Seit Jahren erarbeitete er vorwiegend große Farbreportagen über Mittel- und Osteuropa, die in internationalen Magazinen veröffentlicht wurden. Als einer der ersten westlichen Fotografen berichtete er aus Ceausescus Rumänien und aus Albanien. Er fotografierte die "sanfte" Revolution in Prag, den Umsturz in Bulgarien, die Maueröffnung in Berlin etc. Seit 1992 Kriegsberichterstatter aus den Bürgerkriegen in Kroatien und Bosnien, aus Tschetschenien und Sierra Leone. Er schrieb und fotografierte den Bildband Kykladen, für den er den Kodak-Fotobuchpreis erhielt. Es folgten die Bildbände Lappland, Einfaches Leben, Budapest, Venedig und Vom Ende der Nacht. Hans Madej ist Mitglied der Fotografenagentur "Bilderberg". Seit 1997 Aufträge als Kameramann und Beginn des ersten eigenen Filmprojektes "Das Paradies auf Erden".

tags: Dokumentarfilm

Credits

Regie: Hans Madej