Ich muss schlafen, mein Engel
Filmfest 2008

Goran ist neun und ein ganz normaler Junge, der ein ganz normales Leben im Jugoslawien der 70er führt. Aber so richtig normal ist in Jugoslawien zu der Zeit kaum etwas. Unter der Oberfläche des heilen sozialistischen Vielvölkerparadieses brodeln woeder lang vergessen geglaubte ethnische und politische Konflikte. Gorans Familie sitzt – wie viele andere jugoslawische Familien – zwischen allen Stühlen. Gorans Vater ist Kroate, seine Mutter Serbin. Der Großvater ist ein stramm kommunistischer Ex-Partisan, die Großmutter konservativ und religiös. Dejan Acimovic zeiigt in seiner zweite Regiearbeit einfühlsam, klug und unbestechlich den Auflösungsprozess einer Familie, der den Zerfall des Landes vorwegnimmt. Ein bewegender, aber unsentimentaler Abschied von einem Land, das spurlos verschwunden ist. Der beste, ehrlichste und unvoreingenommenste kroatische Film seit dem Ende Jugoslawiens mit einem sensationellen Ensemble, das dafür in der Heimat völlig zu Recht mit Preisen überhäuft wurde. Zoran Gojic

tags: Spielfilm

Darsteller: Karlo Barbaric, Natasa Dorcic, Goran Grgic, Vera Zima

Credits

Regie: Dejan Acimovic