Die Klavierspielerin
Filmfest 2009

Weshalb einen Film über eine vierzigjährige Musiklehrerin anschauen, die noch bei ihrer siebzigjährigen Mutter im Bett schläft, die ihre beste Schülerin ärgert und schlimme Dinge mit Rasierklingen und benutzten Taschentüchern tut? Vielleicht deshalb: Weil Die Klavierspielerin 1. eine der geglücktesten Literaturverfilmungen der letzten zwanzig Jahre ist und die bleischwere Vorlage von Elfriede Jelinek mit einer Virtuosität in Film und Spiel umsetzt, dass es nur so eine Freude ist. Was vielleicht 2. daran liegt, dass Regisseur Haneke selbst einmal Pianist werden wollte. Und weil 3. die göttliche Annie Girardot die Mutter spielt und 4. die einzigartige, von Jahr zu Jahr schöner werdende Isabelle Huppert die Klavierspielerin selbst. So sehen wir zwei großen Schauspielerinnen bei der Arbeit zu. Dabei, wie sie ihre zutiefst gestörten Heldinnen nicht vorführen, sondern mit jeder Geste, jedem Blick und jedem Wort verteidigen und lieben. Alexander Adolph, in: Süddeutsche Zeitung, 13. 8. 2005

tags: Spielfilm

Darsteller: Isabelle Huppert, Annie Girardot, Benoît Magimel, Susanne Lothar, Udo Samel

Credits

Regie: Michael Haneke