Le Jour où Dieu est parti en voyage
Filmfest 2010

Es ist tragische Tatsache, dass Kino Genozid "versteht". Der Holocaust ist den Menschen weitgehend durch Film begreifbar geworden, durch Dokumentationen wie NUIT ET BROUILLARD oder Spielfilme wie SCHINDLERS LISTE. Sogar der weniger bekannte kambodschanische Völkermord ist thematisiert worden, in S-21, LA MACHINE DE MORT KHMÈRE ROUGE oder THE KILLING FIELDS. Die realistischen Möglichkeiten des Kinos, gepaart mit seiner Breitenwirkung und emotionalen Wucht, prädestinieren das Medium diesen "Stoff" zu transportieren. Nun ist es Ruanda, das von der Kraft des Kinos "profitiert". Seit dem Völkermord vor gut fünfzehn Jahren haben zahlreiche Filme versucht, den Mord an 800.000 Tutsis und gemäßigten Hutus zu "verstehen". Als Epen, als moralische Dramen näherten sich die Filme ihrem Sujet an. LE JOUR OÙ DIEU EST PARTI EN VOYAGE wählt einen anderen Ansatz: Philippe Van Leeuw konzentriert sich auf ein Einzelschicksal, macht die große Katastrophe im Kleinen fest – hautnah, herzzereißend. Cameron Bailey

tags: Spielfilm

Darsteller: Ruth Keaza Niere, Afazali Dewaele

Credits

Regie: Philippe Leeuw