Der Wanderer
Filmfest 2010

In seinem Spielfilmdebüt erzählt der bisher als Experimentalfilmer in Erscheinung getretene Avishai Sivan vom 16-jährigen Isaac, der in einer ultraorthodoxen Familie aufwächst: Man lernt einen schüchternen Jungen kennen, der mit sich selbst spürbar nicht im Reinen ist; nicht mit seinem Körper, nicht mit seiner Sexualität, aber auch nicht mit dem religiösen Lebensentwurf seiner Eltern, der Isaac zu einem Außenseiter unter seinen Altersgenossen macht, und zum Objekt von deren Spott. Unfähig zu kommunizieren, brütet der Heranwachsende in sich hinein. Oder er vagabundiert durch die Straßen, still, in sich gekehrt, wie gefangen in einem unsichtbaren inneren Käfig. Isaacs Eltern sind liebevoll und fürsorglich, aber unfähig, mit ihrem Sohn echten Kontakt aufzunehmen. Es sind die inneren Hemmungen durch religiöse Gebote, die Sprachlosigkeit einer Familie, deren Leben in unzählige Rituale zerfällt, vor allem aber die uneingestandene Repression des frommen Alltags, die der Regisseur hier zum Thema macht. Jüdische Allgemeine

tags: Spielfilm

Darsteller: Omri Fuhrer, Ali Nassar, Ronit Peled, Shani Ben-Haim

Credits

Regie: Avishai Sivan