Fedora
Filmfest 2014

Fast 30 Jahre nach SUNSET BOULEVARD beschäftigt sich Billy Wilder in diesem Spätwerk erneut mit dem schönen Schein Hollywoods und den darunter liegenden Tragödien, injiziert dabei in sein farbfreudiges Drama über den immerwährenden Jugendwahn der Traumfabrik kräftige Noir-Töne. Wie bei SUNSET BOULEVARD steht der Tod am Anfang des Films, wie dort ist William Holden der Off-Erzähler: Kino-Star Fedora ist gestorben. Einer der Trauergäste ihrer pompösen Beerdigung ist der Filmproduzent Barry Detweiler. Er suchte – in einer ausschweifenden Rückblende erzählt – die alt gewordene Fedora kurz vor ihrem Tod auf der mystischen Insel Kreta auf, um sie zur Teilnahme an einem neuen Film zu überreden. Zu seiner Überraschung begegnet er einer sichtbar jungen, sich merkwürdig benehmenden Frau: Fedora, die in der bedrohlichen Gesellschaft einer Gräfin im Rollstuhl, einer Krankenschwester und eines plastischen Chirurgen lebt. Wie kam es zu Fedoras Tod? Holden, einst jung und knitterfrei in SUNSET BOULEVARD, verkörpert den nach der Wahrheit fahndenden Produzenten, Marthe Keller die Leinwandgöttin mit Geheimnis – und starkem Faible für Jungstar Michael York (gespielt von ihm selbst). Hildegard Knef macht aus der Gräfin eine faszinierende Schreckensnummer, und Mario Adorf glänzt als schlitzohriger Hotelier. Das Filmfest zeigt die Deutschlandpremiere der restaurierten Fassung des Films. FEDORA hat es, anders als seine Titelheldin, nie zu Glanz und Ruhm gebracht. Hätte es aber verdient. Ein Klassiker!

tags: Filmemachen, Spielfilm, Thriller, Tod

Darsteller: William Holden, Marthe Keller, José Ferrer, Frances Sternhagen, Mario Adorf

Credits

Drehbuch: Billy Wilder, I.A.L. Diamond, Original von/ by: Thomas Tryon

Kamera: Gerry Fisher

Schnitt: Fredric Steinkamp

Musik: Miklós Rózsa

Produktionsdesign: Alexandre Trauner

Kostüme: Charlotte Flemming

Ton: David Hildyard

Produzent: Billy Wilder

Weltvertrieb: Bavaria Media GmbH

Regie: Billy Wilder