Haar
Filmfest 2011

Nuri Bilge Ceylan hat im türkischen Kino seine Spuren hinterlassen. SAÇ wäre kaum denkbar ohne die epische Lakonie von Ceylans türkischen Männerfiguren. Die erste Einstellung setzt den Ton. Sie zeigt den Oberkörper und das Gesicht der Hauptfigur vor einer grünen Wand. Der Perückenmacher sagt den ganzen Film hindurch kaum ein Wort. Er kämpft auch nicht wirklich gegen seinen Krebs, raucht weiter seine Zigaretten ... und die Geschichte wird in ihrer alltäglichen Selbstverständlichkeit immer mehr zu einer Geistergeschichte, deren gerade noch lebendiges Gespenst der Perückenmacher ist. Michael Sennhauser Pirselimoglu gibt seinem Protagonisten, einem verzweifelt einsamen Großstadtmenschen, eine Aura des Ausgeliefertseins und lässt dessen Innenwelt nie vollständig transparent werden. In ruhigen, langen, aber intensiven Einstellungen, entwickelt SAÇ einen fast metaphysischen Sog und treibt auf ein fesselndes Finale zu. B.K.

tags: Spielfilm

Darsteller: Ayberk Pekcan, Nazan Kesal, Riza Akin

Credits

Regie: Tayfun Pirselimoglu