RABIN THE LAST DAY
Filmfest 2016

Regisseur Amos Gitai rekonstruiert in seinem Film den letzten Tag im Leben des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, der am 4. November 1995 in Tel Aviv erschossen wurde. Der Attentäter war ein ultraorthodoxer Jurastudent. Rabins Friedenspolitik empfand er als Verrat am Staate Israel und steht damit für einen ganzen rechtspolitischen Hetzerflügel, dessen Agitation und Absicht Amos Gitai in seinem Film zu beleuchten versucht. Mit Fernseh- und Dokumentaraufnahmen, Interviews und inszenierten Szenen (deren Dialoge alle dokumentiert und nicht erfunden sind) nimmt der Regisseur die Kommission unter die Lupe, die damals ausdrücklich das fehlerhafte Vorgehen des Sicherheitspersonal prüfte und eben nicht den komplexen kulturpolitischen Hintergrund der Tat. Nicht nur für Amos Gitai ist der Tod Rabins bis heute ein tragischer Verlust Israels – als fehlender Vater taucht das Thema Rabin immer wieder metaphorisch in Spielfilmen aus Israel auf. Das Trauma ist längst nicht überwunden.

tags: Dokumentarfilm, Kulturkonflikt, Politik, Trauer/Trauma

Mit: Ischac Hiskiya, Pini Mittelman, Michael Warshaviak, Einat Weizman, Yogev Yefet

Credits

Drehbuch: Amos Gitaï, Marie Jose Sanselme

Kamera: Eric Gautier

Schnitt: Yuval Orr

Musik: Amit Poznansky

Produktionsdesign: Miguel Merkin

Kostüme: Dany Bar Shay

Ton: Nir Alon

Produzent: Laurent Truchot, Jean-Baptiste Dupont

Koproduzent: Sylvie Pialat

Produktion (Firma): Agav Films

Koproduktion (Firma): LGM Cinema, Les Films du Worso

Weltvertrieb: Indie Sales Company

Regie: Amos Gitai

Biografie

Amos Gitai wurde 1950 in Haifa geboren. Sein Vater war der Bauhaus-Architekt Munio Gitai Weinraub, ein Schüler Mies van der Rohes, der unter anderem Yad Vashem baute. Von 1971 bis 1975 studierte Gitai Architektur am Technion in Haifa und ab 1976 an der University of California in Berkeley, wo er 1986 promovierte. 1973 nahm er als Soldat am Jom-Kippur-Krieg teil. Während des Krieges begann er seine Filmkarriere mit einer 8mm-Kamera, die ihm seine Mutter geschenkt hatte. Als sein Hubschrauber an seinem Geburtstag von einer syrischen Rakete abgeschossen wurde, beschloss er, sich dem Filmemachen zu widmen. Ab 1977 arbeitete er für das israelische Fernsehen. 1979 wurde Gitais erster Dokumentarfilm HOUSE, der vom israelischen Fernsehen in Auftrag gegeben worden war, wegen angeblicher pro-palästinensischer Haltung nicht ausgestrahlt. Als dies mit FIELD DIARY 1983 erneut passierte, zog er nach Paris. Seit 1993 lebt er wieder in Israel. Gitais Werk umfasst über 40 Filme, sowohl Dokumentar- als auch Spielfilme. FREE ZONE wurde 2005 auf dem Filmfestival Cannes ausgezeichnet.