NIEMAND KENNT DIE PERSIAN CATS
Filmfest 2016

Indie-Rock ist ihr Traum. Das junge Musikerpaar Negar und Ashkan verehrt Joy Division und Arctic Monkeys. Aber im Iran ist es nicht einfach, eine Rock Band nach europäischem Vorbild zu gründen und damit auch auftreten zu dürfen. Gerade aus dem Gefängnis entlassen, beschließen sie, sich nach England abzusetzen. An Zensurbehörde und Wehrpflicht vorbei müssen sie sich falsche Pässe und Visa besorgen und nebenbei noch fehlende Bandmitglieder auftreiben. „Based on real events, location and people“ eröffnet Bahman Ghobadi seinen halb-dokumentarischen Musikfilm, den er ganz ohne jede Genehmigung innerhalb von 17 Tagen in der Teheraner Underground-Musikszene umsetzte.

tags: Dokumentarfilm, Gesellschaft, Musik, Politik

Mit: Negar Shaghaghi, Ashkan Kooshanejad, Hamed Behdad, Babak Mirzakhani

Credits

Drehbuch: Bahman Ghobadi, Hossein M. Abkenar, Roxana Saberi

Kamera: Turaj Mansur

Schnitt: Hayedeh Safiyari

Musik: Mahdyar Aghajani

Produktionsdesign: Bahman Ghobadi

Ton: Nezamodin Kiaie

Produzent: Bahman Ghobadi

Koproduzent: Mehmet Aktas

Produktion (Firma): Mij Film Co

Koproduktion (Firma): mîtosfilm

Verleih: Wild Bunch Germany GmbH

Regie: Bahman Ghobadi

Biografie

Bahman Ghobadi wurde 1969 in Baneh geboren, einer Stadt im iranischen Kurdistan nahe der iranisch-irakischen Grenze. Seine Kindheit war geprägt vom Ersten Golfkrieg, der die Familie auch zwang nach Sanandaj umzusiedeln. Nach seinem Schulabschluss zog es Ghobadi nach Teheran, wo er seine Karriere zunächst als Fotograf begann. Einige Zeit besuchte er das Iranian Broadcasting College, schloss dort aber nicht ab. Nach mehreren 8mm Kurzdokus gelang ihm 1999 der Durchbruch mit seinem hochgelobten Kurzfilm LEBEN IM NEBEL. Dieser gab auch seiner im darauffolgenden Jahr gegründeten Produktionsfirma Mij (Nebel) Film den Namen. Mij Film fördert und produziert seither kurdische Filme. Bahman Ghobadi: „Iran ist schon immer die Wiege für eine Vielzahl von unterschiedlichen ethnischen Gruppen wie Turkmenen, Kurden und Türken gewesen, und dennoch sind deren Stimmen kaum im iranischen Kino vertreten.“ Ghobadi selbst feierte mit dem ersten kurdischen Langfilm in der Geschichte des Iran ZEIT DER TRUNKENEN PFERDE (2000), sowie HALF MOON (2004) SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN (2006) und PERSERKATZEN KENNT DOCH KEINER (2009) herausragenden Erfolge und gewann diverse internationale Preise, darunter die Caméra d'Or in Cannes, den Gläsernen Bären und Friedensfilmpreis auf der Berlinale, zweifach den Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals in San Sebastian, den Index on Censorship Filmpreis und unzählige Publikumspreise weltweit. Bahman Ghobadi erzählt seit nun fast zwanzig Jahren Geschichten von seinem Volk, den Kurden. Typisch für iranische Filmemacher ist dabei das semi-dokumentarische Kino mit Laiendarstellern.