DAF
Filmfest 2016

Altersfreigabe

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Eine kurdische Familie von Trommelbauern bei ihrem Handwerk. Alle fünf Kinder der Familie sind blind, helfen aber eifrig beim Bau der sogenannten Daf mit. Die großen, im Iran beliebten Flachtrommeln mit an der Innenseite befestigten Metallringen, erzeugen während des Spiels eine zusätzliche Klangebene. Der jüngste Sohn ist erst drei Jahre alt und kann noch nicht mitarbeiten. Unter einem großen Moskitonetz sitzt er nah bei seinen Geschwistern auf der Veranda des Hauses. Immer wieder weint der Kleine, denn seine kranken Augen schmerzen. Liebevoll krabbeln die anderen zu ihm ins Zelt, um zu kuscheln und ihm Süßigkeiten zu bringen. Ein intimes Familienporträt sowie Hommage an die Kunst des Instrumentenbaus.

tags: Dokumentarfilm, Familie, Musik

Mit: Hamed Mohamadi, Monire Zamani, Elham Bahmani, Saman Bahmani, Maryam Abasi

Credits

Drehbuch: Bahman Ghobadi

Kamera: Shahriar Assadi

Schnitt: Hayedeh Safiyari

Ton: Hossein Mahdavi

Produzent: Bahman Ghobadi

Produktion (Firma): Mij Film Co

Weltvertrieb: Mij Film Co

Regie: Bahman Ghobadi

Biografie

Bahman Ghobadi wurde 1969 in Baneh geboren, einer Stadt im iranischen Kurdistan nahe der iranisch-irakischen Grenze. Seine Kindheit war geprägt vom Ersten Golfkrieg, der die Familie auch zwang nach Sanandaj umzusiedeln. Nach seinem Schulabschluss zog es Ghobadi nach Teheran, wo er seine Karriere zunächst als Fotograf begann. Einige Zeit besuchte er das Iranian Broadcasting College, schloss dort aber nicht ab. Nach mehreren 8mm Kurzdokus gelang ihm 1999 der Durchbruch mit seinem hochgelobten Kurzfilm LEBEN IM NEBEL. Dieser gab auch seiner im darauf folgenden Jahr gegründeten Produktionsfirma Mij (Nebel) Film den Namen. Mij Film fördert und produziert seither kurdische Filme. Bahman Ghobadi: „Iran ist schon immer die Wiege für eine Vielzahl von unterschiedlichen ethnischen Gruppen wie Turkmenen, Kurden und Türken gewesen, und dennoch sind deren Stimmen kaum im iranischen Kino vertreten.“ Ghobadi selbst feierte mit dem ersten kurdischen Langfilm in der Geschichte des Iran ZEIT DER TRUNKENEN PFERDE (2000), sowie HALF MOON (2004) SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN (2006) und PERSERKATZEN KENNT DOCH KEINER (2009) herausragenden Erfolge und gewann diverse internationale Preise, darunter die Caméra d'Or in Cannes, den Gläsernen Bären und Friedensfilmpreis auf der Berlinale, zweifach den Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals in San Sebastian, den Index on Censorship Filmpreis und unzählige Publikumspreise weltweit. Bahman Ghobadi erzählt seit nun fast zwanzig Jahren Geschichten von seinem Volk, den Kurden. Typisch für iranische Filmemacher ist dabei das semi-dokumentarische Kino mit Laiendarstellern.