YELLA
Filmfest 2016

Noch ein Phantomfilm, wobei lange Zeit nicht klar ist, was Traum und Wirklichkeit ist: Yella will ihre Heimat Wittenberge verlassen, hat auch einen guten Grund dafür: einen Job als Buchhalterin in Hannover. Ihr Ex-Mann will sie jedoch nicht loslassen, lenkt sein Auto auf dem Weg zum Bahnhof über eine Brücke. Yella findet sich am Ufer wieder, setzt ihre Reise nach Westdeutschland fort und lernt einen Manager kennen, der ihr das System des Raubtierkapitalismus näher bringt und sie als Assistentin bald zu schätzen weiß. Aber Yella wird von Visionen heimgesucht; der Ruf einer Krähe ist eines der wiederkehrenden gespenstischen Zeichen, das ihre Realität verrutscht ist. „Den Ruf der Krähe hatten wir im O-Ton. Dieses Krähen hat uns wirklich erschreckt, ähnlich wie das Schreien der Affen im POLIZEIRUF 110: WÖLFE, wie die im Zoo durchgedreht sind, während wir drehten. Das erschreckt einen, wenn die Natur sich aus der Beherrschbarkeit des Sets löst und wie von außen kommentiert: Was macht ihr denn da? Man gerät plötzlich in so eine Märchenwelt. Das hat uns aber auch gefallen.“

tags: Arbeit, Spielfilm, Surreal, Tod, Wirtschaft

Darsteller: Nina Hoss, Devid Striesow, Hinnerk Schönemann, Burghart Klaußner, Barbara Auer

Credits

Drehbuch: Christian Petzold

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: K.D. Gruber

Produktionsdesign: Kade Gruber

Kostüme: Anette Guther, Lotte Sawatzki

Ton: Andreas Mücke-Niesytka, Martin Ehlers-Falkenberg

Produzent: Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber

Produktion (Firma): Schramm Film Koerner & Weber

Koproduktion (Firma): Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Arte

Verleih: PIFFL MEDIEN GmbH

Regie: Christian Petzold

Redakteur: Caroline von Senden, Andreas Streitmüller

TV-Sender: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Arte

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.