BARBARA
Filmfest 2016

Nur drei Wochen brauchte Petzold für die erste Drehbuchfassung für BARBARA, und die, so Petzold, wurde dann auch nicht mehr stark verändert. Erstaunlich für einen fein konstruierten Film über eine Ärztin, die zu DDR-Zeiten einen Ausreiseantrag gestellt hat und deswegen an die Ostseeküste strafversetzt wird, wo sie in der Kinderchirurgie eines Krankenhauses arbeiten soll. Die Fluchtgedanken hat sie weiterhin im Kopf, die Stasi ist ihr jedoch auf den Fersen und hat den Arzt André Reiser auf Barbara angesetzt. Was die schnell ahnt. Ronald Zehrfeld lässt als André seinen Charme spielen, zwei komplizierte Fälle in der Kinderchirurgie berühren beide Ärzte, bringen sie näher, und Barbara muss sich zwischen Pflichtgefühl und Abreiselust entscheiden, sowie dafür, bei wem eigentlich die Liebe liegt. Erneut ein Stück über Verführung – wobei Petzolds Stammkameramann Hans Fromm die DDR äußerst sonnig ins Bild setzt. „Genau das war uns wichtig: dass die DDR schön sein muss. Das ist immer so: Man kann unglaublich gelitten haben unter diesem Mann, dieser Frau, dieser Gefängniszelle. Aber in dem Moment, wo man sie verlässt und zum letzten Mal reinschaut, schaut sie sehr schön zurück.“

tags: Geschichte, Glück, Liebe, Spielfilm

Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Jasna Fritzi Bauer, Mark Waschke, Rainer Bock

Credits

Drehbuch: Christian Petzold

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Stefan Will

Produktionsdesign: K.D. Gruber

Kostüme: Anette Guther

Ton: Andreas Mücke-Niesytka

Produzent: Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber

Produktion (Firma): Schramm Film Koerner & Weber

Koproduktion (Firma): Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Arte

Verleih: PIFFL MEDIEN GmbH

Regie: Christian Petzold

TV-Sender: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Arte

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.