FILMS D’APPRENTISSAGE: LE QUADRILLE
Filmfest 2016

Altersfreigabe

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LE QUADRILLE ist Jacque Rivettes zweiter Kurzfilm von 1950 und wurde von Jean-Luc Godard produziert. Die ersten drei Filme von Rivette, der Kurzfilm AUX QUATRE COINS (1949, 20 Min.) und die mittellangen Filme LE QUADRILLE (1950, 40 Min., Co-Drehbuch und Hauptrolle: Jean-Luc Godard) und LE DIVERTISSEMENT (1952, 40 Min.) wurden bis auf eine Vorführung von LE QUADRILLE nie öffentlich gezeigt und galten seit über 60 Jahren als verschollen. Kurz nach Rivettes Tod Anfang dieses Jahres entdeckte seine Frau Véronique Manniez-Rivette die drei Filme im Nachlass und ließ sie in Zusammenarbeit mit der Cinémathèque Française und der Cinémathèque de Toulouse restaurieren. Beim FILMFEST MÜNCHEN werden sie erstmals außerhalb Frankreichs gezeigt. Schon in diesen ersten filmischen Gehversuchen des späteren Meisterregisseurs stecken viele seiner Themen und formt sich sein unverwechselbarer Stil: Nouvelle Vague vor der Nouvelle Vague.

tags: Kurzfilm, Spielfilm

Darsteller: Liliane Litvin, Anne-Marie Cazalis, François Nithart, Louis Prugniaud, Jean-Luc Godard

Credits

Drehbuch: Jacques Rivette

Kamera: Gérard Lamy

Produzent: Jean-Luc Godard

Produktion (Firma): Les Films du Veilleur

Regie: Jacques Rivette

Biografie

Jacques Rivette wurde 1928 in Rouen geboren und starb im Januar 2016 in Paris. Er war Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmkritiker. In der Cinémathèque française begegnete er regelmäßig François Truffaut, Jean-Luc Godard und Éric Rohmer. Die Nouvelle Vague enstand laut François Truffaut "nur dank Rivette". 1950 gründete er mit Rohmer "La Gazette du cinéma“. Er war einer der wichtigen Autoren der Zeitschrift "Cahiers du cinéma", aus deren Redaktion auch seine Kollegen Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und Eric Rohmer hervorgingen. Vom Kritiker bei "Cahiers du cinéma“ wurde er ab 1963 bis 1965 zu deren Chefredakteur. In den 50er Jahren begann Rivette als Assistent von Jean Renoir und Jacques Becker. 1958 drehte er seinen ersten abendfüllenden Spielfilm PARIS NOUS APPARTIENT. Rivette entwickelte mit seinen Schauspielern eine ungewöhnliche Arbeitsmethode, die viele seiner Filme charakterisiert. Es gab kein festes Drehbuch, die Darsteller improvisierten auf Grundlage mehr oder weniger festgelegter Plots. Viele seiner Schauspieler spielten in mehreren seiner Filme mit, u.a. Bulle Ogier, Juliet Berto, Jane Birkin, Michel Piccoli und Emmanuelle Béart. LA BELLE NOISEUSE gewann 1991 den Großen Preis der Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Seine Filme GEHEIMSACHE (1998), DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN (2003) und 36 VUES DU PIC SAINT-LOUP (2009) wurden auf dem FILMEST MÜNCHEN gezeigt.