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Filmfest 2017

Altersfreigabe

In verspielten Kamerafahrten dokumentiert Abbas Kiarostami den Süden Italiens in den Bewegungen eines Fußballs – oder auch anders herum: Der 15-minütige Film folgt dem Ball durch verwinkelte Gassen und steile Treppen, setzt ihn in besonderes Licht und eindrückliche Bilder. Den philosophischen Schlüssen und Bedeutungen kann der Betrachter intuitiv folgen oder sich auch einfach von der besonderen Bildsprache des großen iranischen Regisseurs bezaubern lassen, der vor einem Jahr gestorben ist.

tags: Experimentalfilm, Kunst, Surreal

Credits

Drehbuch: Abbas Kiarostami

Kamera: Abbas Kiarostami

Schnitt: Adel Yaraghi

Musik: Peter Soleymanipour

Produktionsdesign: Abbas Kiarostami

Ton: Ensieh Maleki

Produzent: Abbas Kiarostami

Produktion (Firma): Kiarostami Foundation

Koproduktion (Firma): Iranian Independents

Weltvertrieb: Iranian Independents

Regie: Abbas Kiarostami

Biografie

Abbas Kiarostami wurde 1940 in Teheran geboren und studierte Malerei an der Kunstfakultät der Universität Teheran. Er begann in den 1960ern als Werbegrafiker, Maler und Designer zu arbeiten, entwarf Plakate und drehte zwischen 1962 und 1966 um die 150 Werbespots. Danach begann er, Titelsequenzen zu gestalten (u.a. FÜR QAYSAR von Massoud Kiamiai) und Kinderbücher zu illustrieren. 1969 begann die Iranische Nouvelle Vague mit DIE KUH von Dariush Mehrjui und Kiarostami wurde Mitbegründer der Filmabteilung am Verein zur Förderung der intellektuellen Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen Kanun-e Paravaresh, wo er die Kurzfilme NAN VA KUTCHEH (1970) und ZANG-E TAFRIH (1972) drehte. Das Institut wurde eine führend iranische Filmschmiede, wo neben Kiarostami auch Amir Naderi, Sohrab Shahid Saless, Bahram Bayzai und Ebrahim Forouzesh drehten. 1973 drehte Kiarostami TADSCHROBEH und gewann damit seine erste internationale Auszeichnung bei Giffoni Filmfestival 1974. OSSAFER (1974) war sein erster Langfilm, gefolgt von GOZARESH 1977. Nach der Iranischen Revolution drehte Kiarostami mehrere Kurzfilme und dann WO IST DAS HAUS MEINES FREUNDES (1987), der in Locarno 1989 fünffach ausgezeichnet wurde und ihm zum internationalen Durchbruch verhalf. Der Film bildet zusammen mit UND DAS LEBEN GEHT WEITER (1992) und QUER DURCH DEN OLIVENHAIN (1994) seine Koker-Trilogie, welche auf hunderten internationalen Festival lief. DER GESCHMACK DER KIRSCHE gewann 1997 die Goldene Palme in Cannes. Er hat sich mit Videoinstallationen, Fotografie, Malerei, Grafik, Illustration und Lyrik beschäftigt und 76 internationale Auszeichnungen gewonnen. Am 4.7.2016 starb er mit 76 in Paris.