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Geister und Maschinen
Neues aus Fernost
Für den internationalen Autorenfilm sind Werke aus Ostasien und Südostasien längst maßgeblich - ob im Genre, im explizit sozial engagierten Film oder im nicht-erzählerischen Kino. Im vergangenen Olympiajahr konzentrierte sich unser Blick noch auf das chinesische Autorenkino, nun öffnen wir den Fokus - auf einen Raum, dem ästhetisch ohne Zweifel die Bedeutung eines Filmkontinents zukommt.


Auffällig ist, was diese Filme trotz ihrer Vielfalt verbindet: der Riss zwischen Tradition und Moderne. Die Jahrtausende alten Kulturen dieser Region prallen mit pragmatischem Turbokapitalismus zusammen. Das Kino wird zum Projektionsort für sublimierte Sehnsüchte, zum Erinnerungsinstrument, zum Chronisten der Opfer. Durch die Bilder dringt der Mythos, das Utopische, der Traum. Das Spirituelle verschafft sich Raum, oder aber es fehlt völlig - der Mensch mutiert zur Maschine.
Chinas sozialrealistische Filmsprache gewinnt in ER DONG eine neue Facette. Der Film wirft das Licht auf einen unverbesserlichen Individualisten, einen "Taugenichts", der sich konsequent der "Verstaatlichung" widersetzt.

Glamorous -youth _szene

GLAMOROUS YOUTH ist ein urbaner Gegenentwurf: Ein Gruppengemälde das Stillstand zeigt, wo Freiheit und Bewegung sein sollten - in Hong Kong. 
BREATHLESS ist in der Präsenz von physischer Gewalt typisch für das jüngere koreanische Kino. Der Regisseur spielt selbst seinen verbogenen Protagonisten, dem Flüche aus dem Mund zischen und dessen Fäuste fliegen, weil seine Seele brennt. Ein Charakterporträt, das mitreißt wie ein Thriller und doch weit über das oft standardisierte Spannungskino Südkoreas hinausweist. 
Im Mantel des Horrors und der Animation verarbeiten japanische Filme existentielle Themen. Mamoru Oshiis THE SKY CRAWLERS ist ein erstaunliches Epos des Wartens: Piloten mit Kindergesichtern, in einer unbestimmten Zukunft bereit zu starten und zu sterben. Erwachsenwerden hat keinen Sinn, in einer Gesellschaft, in der man als Werkzeug Stellvertreterkriege führen muss. Zusammen mit Shinya Tsukamoto, der J-Horror und ein bitteres Familiendrama in NIGHTMARE DETECTIVE 2 verbindet, und Takeshi Kitano, der in ACHILLES AND THE TORTOISE die eigene Künstlernatur mit ironischem Melo demontiert, ist ein Dreigestirn der Meister versammelt. 
Im Süden, auf den Philippinen, wo der wirtschaftliche Boom so recht nie ankam, hat sich eine junge avantgardistische Filmszene entwickelt. MitSERVICE und KINATAY zeigen wir die neuen Werke eines der radikalsten Filmautoren des derzeitigen Weltkinos: Brillante Mendoza, der eben bei den Filmfestspielen von Cannes mit dem Preis für die beste Regie belohnt wurde. Wo Mendoza schockierende Schlaglichter auf die totale Selbstvermarktung und die emotionale Verwahrlosung im Großstadtdschungel wirft, überrascht der 24-jährige Raya Martin mit einem raffinierten Filmexperiment, in dem er ein poetisches Urbild für die Kolonialgeschichte seines Landes erfindet (INDEPENDENCIA).

Dwi _marcella

Die Filme von Garin Nugroho, dem kürzlich das Haus der Kunst eine Ausstellung widmete, schöpfen tief aus den Mythen Indonesiens.
In UNDER THE TREE verwebt er magisch drei Lebensgeschichten mit Tanz und Ritus. Ein Geisterkino, in dem animistische Welten aufbegehren. Eine junge Gegenstimme dieser zunehmend interessanten Kinonation ist Edwin, der beim diesjährigen Filmfestival in Rotterdam mit seinem grotesken BLIND PIG WHO WANTS TO FLY für Furore sorgte: von den ethnischen und religiösen Spannungen in der größten islamischen Nation wissen wir noch immer zu wenig.
In dem wunderbar lyrisch angelegten, urplötzlich dramatischen MOON AT THE BOTTOM OF THE WELL aus Vietnam bleibt einer Frau nur die Welt der Geister. Einen Blick in die sichtbare Welt richtet dagegen der thailändische Filmessay AGRARIAN UTOPIA, der ein Rousseausches "Zurück zur Natur" ersehnt. Selten konnte man Mensch und Natur so sehen wie in dieser sehr individuellen Doku-Fiction.
Die Auswahl will mit beispielhaften Filmen konzentrierte Zeichen setzen: In 15 Filmkunstwerken, die Geschichten erzählen und Bilder erfinden, die faszinieren, und die den Ängsten und Sehnsüchten von uns allen sehr nah sind. 
Christoph Gröner / Bernhard Karl

Film-Reihen

News

Freitag, 18.05.2012

VERBRECHEN auf dem Filmfest

Oliver Berben verfilmt Ferdinand von Schirach mit Sepp Bierbichler

Mehr... Donnerstag, 17.05.2012

Der Sound of Munich kehrt zurück

Giorgio Moroder Ehrengast beim 30. FILMFEST - mit Parties und Open Air

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El festival de cine de Munich es el más grande festival no competitivo en Alemania. Cada verano en medio de una atmósfera relajada tiene lugar en la Rambla del Isar un intensivo diálogo entre cineastas y directores de cine. Aunque se recrea el cine en sus variantes artísticas y culturales, este festival constituye también una plataforma de la industria del cine alemán y su mercado, el cual goza de gran prestigio a nivel internacional.

Le FILMFEST MÜNCHEN est le plus grand festival public non-compétitif d’Allemagne.
Dans une atmosphère de détente, un dialoge intensif entre réalisateurs et cinéastes se tient tous les étés sur les rives de l’Isar. Bien que le film y soit célébré pour son essence artistique et son expression culturelle, le Filmfest München est un marché très populaire, aussi bien sur le plan de l’industrie du film allemand que celui de l’industrie cinématographique internationale
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