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Donnerstag, 05.07.2012

Vom Senegal in die Bayernkaserne

Moussa Touré von LA PIROGUE trifft Flüchtlinge aus seiner Heimat

Vom Senegal in die Bayernkaserne Moussa Touré im Gespräch mit Landsleuten in München

Am Mittwoch, den 04.07. besuchte der Starregisseur aus dem Senegal Moussa Touré mit Festival-Chefin Diana Iljine ein Konzert von Flüchtlingen aus dem Senegal, anderen westafrikanischen Ländern, Bangladesch und Afghanistan in der Michaelskirche in Freimann. Die etwa 40 Asylsuchenden sind mit fast 300 anderen in der Bayernkaserne untergebracht. Die Ehrenamtlichen des Helferkreises "HoKi" hatten das Benefizkonzert organisiert, um Trommeln für die Musiker der Gruppe kaufen zu können. Dabei traf der sympathische Filmemacher auf junge Männer aus seiner Heimatstadt Dakar, die hier in München als Flüchtlinge gelandet sind. Touré is ein bekannter Star in seiner Heimat, der das Filmfest von Dakar betreibt und seit Kindheit mit Weltmusiker Youssou N'dour befreundet ist.

Die Flüchtlinge in München haben teils eine ähnlich gefährliche Reise hinter sich, wie die Bootsflüchtlinge aus LA PIROGUE. Im Senegal herrsche zwar Frieden und Demokratie, sagt Touré, aber die Flüchtlinge hoffen,  in  Europa arbeiten zu können, um ihre Familien zu Hause zu unterstützen. "Woher kommt der Reichtum von Europa?" fragt der großgewachsene Mann. "Gibt es in Europa Goldbergwerke? Europa hat von Afrika profitiert, aber die Bauern in Afrika können mit den EU-Subventionen nicht konkurrieren."

Auf dem FILMFEST MÜNCHEN zeigt Moussa Touré das extrem sehenswerte Flüchtlingsdrama LA PIROGUE. Der Film wird am Samstag 17:30 h ein letztes Mal in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt. Das Thema der Flüchtlinge, die nach Europa wollen, beschäftigt auch europäische Produktionen wie TERRAFERMA von Emanuele Crialese und DIE FARBE DES OZEANS von Maggie Peren, der jetzt im Kino läuft.

Diana Senegal

Filmfest-Chefin Diana Iljine besucht die Senegal-Flüchtlinge