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Montag, 26.06.2017

#threetosee Moderne Zeiten

Filme über Fortschritt

#threetosee Moderne Zeiten

Alice Taglioni und Tahar Rahim in RÉPARER LES VIVANTS

 

In LOMO von Julia Langhof verliert sich ein Abiturient in den Tiefen des Internets. Auf seinem Blog „The language of many others“ teilt er auch private Familienaufnahmen, was seinem Vater Michael sehr missfällt. Karl interessiert sich aber weder dafür, noch für das anstehende Abitur, sondern für seine neue Mitschülerin Doro. Als ihre Liebe nur von äußerst kurzes Dauer ist, wendet er sich mehr und mehr seinen Blog-Abonnenten zu und beginnt ein gefährliches Spiel: Er lässt seine Follower die Macht über sein Leben übernehmen – am Ende sogar über Leben und Tod...

In ihrem präzisen, dabei lyrisch-schönen Film RÉPARER LES VIVANTS erzählt Regisseurin Katell Quillévéré von Organtransplantation und den dazugehörigen Schicksalen. Die moderne Medizin könnte einer sterbenden Mutter zweier erwachsener Söhne das Leben retten. Nun liegt es am Transplantationkoordinator Thomas (Tahar Rahim) ein schwieriges Gespräch mit den Eltern des verunglückten jungen Surfers Simon zu führen. Kann man sich vorstellen die Organe des eigenen Kindes freizugeben um einen Fremden zu „reparieren“? Fortschritt bei dem nicht jeder mitkommen möchte.

Chandra erlebt in WHITE SUN das Gegenteil von modernen Zeiten: Einst verließ er sein Heimatdorf, um mit den nepalesischen Maoisten gegen die Monarchie aufzubegehren. Doch der Tod seines Vaters holt ihn nach Jahren zurück in eine Welt der Tradition – gerade gegen die wollte er doch eigentlich kämpfen. Der Weg zum Begräbnis nach altem Ritus führt durch lange schwelende familiäre Konflikte ebenso wie durch handfeste Streitereien, in benachbarte Dörfer genauso wie in die Arme von Polizei und Guerilla – ein Weg durch die eigene Geschichte wie durch die Zeitgeschichte einer Nation.