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Donnerstag, 23.05.2019

Erste Highlights

Schmankerl aus dem Programm 2019

Die bayerische Kult-Band tourt durch ihre Vergangenheit in SPIDER MURPHY GANG – GLORY DAYS OF ROCK 'N‘ ROLL

Der Sommer steht vor der Tür, das 37. FILMFEST MÜNCHEN rückt immer näher. Da die Vorfreude auf unsere Filme und Gäste immer größer wird, veröffentlichen wir jetzt schon mal ein paar erste Schmankerl aus dem diesjährigen Programm.

Ausgezeichnet

Der britische Schauspieler und Regisseur Ralph Fiennes wird dieses Jahr mit dem CineMerit Award geehrt. Das FILMFEST MÜNCHEN wird den „Dunklen Lord“ persönlich in der Landeshauptstadt begrüßen.  Seine dritte Regiearbeit NUREJEW – THE WHITE CROW wird im Rahmen der CineMerit-Gala gezeigt. Darin verfilmt Fiennes das Leben des weltberühmten Balletttänzers Rudolf Nurejew (gespielt vom ukrainischen Ballettstar Oleg Ivenko), der in den 1960ern mit dem Leningrader Kirow-Ballett durch Europa tourt. Das Leben in der freiheitsliebenden Stadt Paris lässt die Welt hinter dem Eisernen Vorhang in weite Ferne rücken und der Tänzer beschließt, nicht zurückzukehren – eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen. Ralph Fiennes selbst spielt in dem vielschichtigen Künstlerporträt den stoisch ruhigen Ballettmeister Alexander Iwanowitsch Puschkin, den Mentor Nurejews.

 

Louis Garrel in L'HOMME FIDÈLE und Ralph Fiennes in NUREJEW – THE WHITE CROW 

 

Ein weiterer Preis geht in diesem Jahr an den französischen Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor Louis Garrel: der Margot Hielscher Preis. Dieser wird 2019 zum ersten Mal verliehen und geht an herausragende Künstlerpersönlichkeiten, die sich bereits in jungen Jahren durch Vielseitigkeit und Leistungen in verschiedenen kulturellen Disziplinen ausgezeichnet haben. Garrel wird den Preis beim Filmfest persönlich in Empfang nehmen. 2017 war er hier bereits in LE REDOUTABLE als Jean-Luc Godard zu bewundern, nun stellt er seinen neuen Film vor. In L’HOMME FIDÈLE inszeniert er sich und seine Frau Laetitia Casta in einer Dreiecksbeziehung mit Johnny Depps Tochter Lily-Rose Depp. Liebesverwirrungen und gestörte Kommunikation präsentiert er hier in gekonnter Nouvelle-Vague-Leichtigkeit.

Musik liegt in der Kinoluft

Auch Filme rund um das Thema Musik kommen bei unseren Highlights nicht zu kurz: PRÉLUDE von Sabrina Sarabi skizziert den Werdegang des jungen Konzertpianisten David, der bei seiner Aufnahme am Musikkonservatorium feststellen muss, dass seine Gabe wohl nicht so außergewöhnlich ist, wie er eigentlich dachte. Nur die selbstbewusste Sängerin Marie kann ihm dabei helfen, nicht am Konkurrenzdruck zu zerbrechen. Louis Hofmann, bekannt aus dem Netflix-Serienerfolg DARK, und Liv Lisa Fries, der Entdeckung aus BABYLON BERLIN, sind nicht nur die Stars des Films, sondern werden auch zusammen mit der Crew PRÉLUDE auf dem Filmfest präsentieren.

In CRESCENDO #MAKEMUSICNOTWAR wird man Zeuge eines außergewöhnlichen Projekts. Im Rahmen von Friedensverhandlungen zwischen Israel und Palästina starten junge israelische und palästinensische Musiker ein Konzertprojekt in Israel. Schnell wird den Teilnehmern klar, dass Musik nicht nur in ihrer kleinen Runde, sondern auch auf globaler Ebene zu einem besseren gegenseitigen Verständnis führen kann. In YESTERDAY, dem neuen Film von TRAINSPOTTING-Regisseur Danny Boyle, löscht ein Stromausfall von einem Moment auf den anderen alle Songs der Beatles aus dem kollektiven Gedächtnis. Einzig und allein der erfolglose Sänger Jack erinnert sich an die Band aus Liverpool. Ob die Erinnerung Fantasie ist oder nicht, kann er selbst nicht so genau sagen. Fest steht: mit Hits wie „Yesterday“ und „Let it be“ wird er schnell zum Weltstar.

 

CRESCENDO #MAKEMUSICNOTWAR, YESTERDAY und PRÉLUDE

 

Bei einem echten Münchner „Sommer in der Stadt“ darf ein ganz bestimmter Soundtrack auf keinen Fall fehlen – und der kommt von einer ganz bestimmten bayerischen Kult-Band: der Spider Murphy Gang. Im Dokumentarfilm SPIDER MURPHY GANG – GLORY DAYS OF ROCK 'N‘ ROLL kommen alle ehemaligen und heutigen Mitglieder der Band zu Wort. Es wird zurückgeblickt auf die Anfangszeiten, die Erfolge und die schwierigen Phasen der Bandgeschichte. Mit noch nie veröffentlichen Demoaufnahmen und Zusammenschnitten von alten und neuen Konzertauftritten, wird der bayerische Rock ‘n‘ Roll gefeiert. Zur Weltpremiere werden alle Mitglieder der Gang zum Filmfest kommen.

Vergangenheit in Serie

Deutsches Staraufgebot gibt es auch beim Serien-Event DIE NEUE ZEIT: August Diehl trifft als Walter Gropius auf eine junge Journalistin, die ihm vorwirft, das Bauhaus habe Künstlerinnen unterdrückt. Daraufhin blickt Gropius zurück und erzählt von Dörte Helm (Anna Maria Mühe), einer Künstlerin, die sich nie an Richtlinien halten wollte und der er zur Verwirklichung ihrer Träume verhalf. Zum Jubiläum „100 Jahre Bauhaus“ zeigt das Filmfest die sechsteilige Serie als „Binge-Event“ komplett an einem Abend.

 

VITA & VIRGINIA und DIE NEUE ZEIT

 

An den Anfang des 20. Jahrhunderts blickt auch das historische Drama VITA & VIRGINIA. Chanya Buttons Film erzählt von der Liebesbeziehung zwischen der Autorin der Moderne, Virginia Woolf, und der Schriftstellerin Vita Sackville-West, die Woolfs Inspiration für „Orlando“ gewesen sein soll. Elizabeth Debicki und Gemma Arterton glänzen als diese beiden Frauen, die ihrer Zeit literarisch und gesellschaftlich weit voraus waren.

Unkonventionelle Langstrecken

Gesellschaftliche Grenzerfahrungen werden in THE DAY I LOST MY SHADOW verhandelt. Darin verarbeitet die syrische Regisseurin Soudade Kaadan ihre Erfahrungen im kriegsgebeutelten Land. In dem von magischem Realismus geprägten Film stellt eine Frau fest, dass ihr Bruder seinen Schatten verloren hat. Der Krieg hat den Opfern einen Teil von sich genommen. Wie sollen die Überlebenden damit umgehen?

 

LA FLOR und THE DAY I LOST MY SHADOW

 

Ebenfalls weit ab von Stars und großen Produktionen arbeitet Mariano Llinás  gemeinsam mit „El Pampero Cine“. Das argentinische Kollektiv bringt ein 14-stündiges Filmprojekt nach München. LA FLOR wird in drei Teilen auf dem FILMFEST MÜNCHEN gezeigt und stellt die konventionelle Art des Filmemachens komplett auf den Kopf. LA FLOR setzt sich aus sechs unterschiedlichen Episoden zusammen. Einmal im Stil eines Horror-B-Movies, einmal in dem einer Musicalkomödie oder in dem eines Thrillers werden verquere, aberwitzige Stories auf die Leinwand gebracht. Seit 2009 arbeitet das Kollektiv an diesem Meilenstein, ganz ohne Förderung oder Hilfe von außen. Entstanden ist ein Kinoprojekt, das man so noch nicht gesehen hat, aber definitiv gesehen haben muss.