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Samstag, 06.07.2019

Komisch und tiefgründig

LATE NIGHT Regisseurin Nisha Ganatra im Interview

Seit vielen Jahren schon moderiert Katherine ihre eigene Talkshow, aus dem Fernsehen ist sie nicht mehr wegzudenken. So dachte sie selbst. Umso größer ist der Schock, als sie eines Tages erfährt, dass sie aus ihrer eigenen Sendung gedrängt und durch einen jüngeren Mann ersetzt werden soll. Das will sich Katherine natürlich nicht so einfach gefallen lassen und setzt unter anderem auf ihre neue Autorin Molly. Denn die Welt da draußen hat sich ganz schön gewandelt. Und gibt es in diesem schnelllebigen Geschäft überhaupt noch einen Platz für eine Frau jenseits der fünfzig? 

Diskriminierung von Älteren, der Umgang mit Minderheiten, die Bedingungen von Frauen im Showbusiness – in LATE NIGHT – DIE SHOW IHRES LEBENS werden zahlreiche Themen angeschnitten, welche unsere Gesellschaft derzeit umtreiben. Dabei gelingt es dem Traumtrio aus Regisseurin Nisha Ganatra, Hauptdarstellerin Emma Thompson und Drehbuchautorin/Schauspielerin Mindy Kaling, diese Überlegungen mit pointiertem Humor zu einem der unterhaltsamsten Filme des Jahres zu kombinieren.

Wer mehr über den Abschlussfilm erfahren möchte, dem empfehlen wir einen Besuch von FILMMAKERS LIVE: LATE NIGHT, wo sich Produzentin Jillian Apfelbaum den Fragen des Publikums stellt. Außerdem konnten wir Regisseurin Nisha Ganatra vorab zu ihrem Film und den Themen darin befragen.

Wann bist du zu dem Film hinzugestoßen?

Mindy und ich haben uns getroffen, nachdem sie das Drehbuch beendet hatte, und ich fühlte mich gleich mit dem Material verbunden.

Was hat dich an der Geschichte angesprochen?

Die Geschichte war sehr lustig und sprach Themen an, die mir sehr wichtig sind. Feminismus, Altersdiskriminierung, Diversität, Inklusion und Sexismus am Arbeitsplatz – alles bedeutende Themen, die sich in einer Arbeitsplatzkomödie verstecken.

Was ist deiner Meinung nach Sinn und Zweck von Komik?

Sie ist essenziell um zu leben. Comedians sagen uns, wie die Gesellschaft wirklich ist. Sie greifen oft Tabus oder politische Themen auf und trauen sich, Dinge anzusprechen, die sonst niemand anspricht. Deswegen habe ich einen so großen Respekt vor Comedians und liebe sie.

Was bringt dich persönlich zum Lachen?

Komische Menschen. Ein gut vorgetragener Witz, eine lustige Geschichte, gut ausgeführte körperliche Komik.

Hast du Vorbilder sowohl im Bereich der Komik wie auch allgemein?

Das sind zu viele, um sie alle aufzuzählen: Gilda Radner, Laverne and Shirley, Amy Poehler, Tina Fey, Karen Kilgarrif, Maya Rudolph, Tifanny Haddish, Jennifer Saunders, Joanna Lumley, Dawn French…

Hat sich die Situation für Frauen geändert, seitdem du angefangen hast?

Die Statistiken sind immer noch erschütternd – Frauen werden in dieser Industrie noch immer sehr stark diskriminiert. Aber die Situation ist im Begriff sich zu ändern und ich bin sehr hoffnungsvoll, dass die Menschen das Richtige tun werden.