Preise & Preisträger

CineVision Award

Die MPLC Deutschland GmbH (Motion Picture Licensing Company) stiftet den mit 15.000 € dotierten CineVision Award. Der Preis wird seit 2007 auf dem FILMFEST MÜNCHEN vergeben, seit 2012 in der Reihe Wettbewerb CineVision (internationale Nachwuchsfilme). Er wird an den Regisseur oder die Regisseurin vergeben. Die Entscheidung trifft eine dreiköpfige unabhängige Jury.

CineVision Award 2018

Die Verleihung des CineVision Awards 2018 findet im Rahmen der Award Ceremony, am 7. Juli um 18 Uhr im Carl-Orff-Saal, Gasteig, statt.


Preisträger

Marc Gabizon von Wildbunch Germany nahm in Abwesenheit der Regisseure den CineVision Award (Gewinner: BORDER) und den ARRI/Osram Award (Gewinner: SHOPLIFTERS) entgegen

 

BORDER
Regie: Ali Abbasi

Jurybegründung: „Sie haben Angst vor uns“ heißt es an einer Stelle im Film. „Sie“, das sind wir: normale, weiße, wohlhabende Europäer, die ein bequemes Leben führen. Und es stimmt; wir erfahren Unsicherheit und Angst im Verlauf dieses unverwechselbaren Films. BORDER ist nicht nur ein beunruhigender Film, sondern auch ein verstörender. Im wahrsten Sinne des Wortes hat uns dieser Film verstört, was den Komfort, unsere Sicherheit, Normen und Überzeugungen: Was ist Schönheit? Was ist normal? Was ist ungeheuerlich? Was ist Zärtlichkeit? Insbesondere aber hat der Film aufgezeigt, wie viele wundervolle und schreckliche Dinge uns umgeben, die wir aber kaum mehr wahrnehmen weil unsere Sinne derart abgestumpft sind. Die Protagonistin des großartigen Films BORDER verfügt über einen vorzüglichen Geruchssinn. Wir sehen, wie sie die frische, reine Waldluft einatmet und wie dabei ein Lächeln über ihr Gesicht huscht. Wir beobachten sie unter verbrecherischen Menschen, deren Angst, Schuld und Scham sie wortwörtlich riechen kann. Und wir sehen sie in der alltäglichen Welt, unter deren glatter Oberfläche sich Grausamkeit und Perversion verbergen. Sie ist die gejagte Außenseiterin, deren Perspektive uns einen Blick hinter die Maske des vermeintlich Normalen und in das groteske Gesicht dessen werfen lässt, was wir Menschheit nennen. Die Jury des CineVision Awards ehrt mit BORDER ein Werk tiefster Menschlichkeit und gratuliert Regisseur Ali Abbasi und allen, die an der Entstehung dieses wundervollen Films beteiligt waren.


Lobende Erwähnung

THE GREAT BUDDHA+
Regie: Hsin-Yao Huang

Jurybegründung: Eine lobende Erwähnung geht an den großartigen taiwanesischen Film THE GREAT BUDDHA+ von Regisseur Hsin-Yao Huang. Mit seiner skurrilen Bildsprache und fantastisch-komischen Dialogen erzählt er die Geschichte zweier naiver Außenseiter und ihres Bestrebens, halbwegs normale Leben in einer absolut absurden Welt zu führen. Diese Absurdität wiederum fängt der Film meisterhaft ein. So liefert er ein mehrdeutiges, formal spielerisches und überraschendes Gesellschaftsporträt.

 

Jury

 

Andreas Kriegenburg
Der Regisseur kam 1963 in Magdeburg zur Welt und war von 1984 an als Regieassistent in Zittau und Frankfurt an der Oder tätig. 1991 wechselte er nach Berlin an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz; es folgten Stationen als Hausregisseur in Hannover und Wien. Von 2001 bis 2009 war er Oberspielleiter am Thalia Theater in Hamburg, kehrte dann ans Deutsche Theater und nach Berlin zurück. Seit 2006 ist er auch als Opernregisseur tätig, seine erste Inszenierung war „Orpheus und Eurydike“ nach Gluck am Theater Magdeburg. Seine Arbeiten waren in München an der Bayerischen Staatsoper, an den Kammerspielen und am Residenztheater zu sehen, wo er im Dezember 2018 die Dostojewskij-Adaption „Der Spieler“ auf die Bühne bringen wird.

Frieder Schlaich
Der gebürtige Stuttgarter studierte visuelle Kommunikation an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Seine Spielfilme PAUL BOWLES – HALBMOND (1995), OTOMO (1999) und WEIL ICH SCHÖNER BIN (2012) erhielten zahlreiche internationale Preise. Mit der Filmgalerie 451 betreibt er zusammen mit Irene von Alberti seit 1992 ein DVD-Label, einen Verleih und eine Filmproduktion in Berlin. Als Produzent realisierte er Filme von Werner Schroeter, Elfi Mikesch, Cynthia Beatt, Christoph Schlingensief, Omer Fast, Angela Schalenec und zuletzt DER HAUPTMANN (2017) von Robert Schwentke.

Alina Levshin
Die Schauspielerin wurde 1984 in Odessa geboren. Mit sechs Jahren kam sie mit ihren Eltern nach Berlin. Erste Bühnenerfahrung sammelte sie im Kinderensemble des Berliner Friedrichstadtpalastes. An der Konrad-Wolf-Hochschule in Potsdam studierte sie Schauspiel, parallel spielte sie eine durchgehende Rolle in Dominik Grafs Krimiserie IM ANGESICHT DES VERBRECHENS (2010). Für ihre Darstellung einer Rechtsextremistin in David F. Wnendts KRIEGERIN (2011) wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem beim Deutschen Filmpreis mit der Goldenen Lola in der Kategorie "Beste weibliche Hauptrolle". Aktuell ist sie in der Bestseller-Verfilmung UNTERWERFUNG (2018) unter der Regie von Titus Selge an der Seite von Edgar Selge, Bettina Stucky und Matthias Brandt zu sehen.

 

 

Bisherige Preisträger

2017

A FÁBRICA DE NADA
Regie: Pedro Pinho

Lobende Erwähnung:
LOS PERROS
Regie: Marcela Said

2016

DIVINES
Regie: Houda Benyamina

Lobende Erwähnung:
BELLA E PERDUTA

Regie: Pietro Marcello

2015

SLEEPING GIANT
Regie: Andrew Cividino

2014

LE MERAVIGLIE - DIE WUNDER
Regie: Alice Rohrwacher

2013

MY DOG KILLER
Regie: Mira Fornay

HALLEY
Regie: Sebastián Hofmann

2012

ABRIR PUERTAS Y VENTANAS
Regie: Milagros Mumenthaler

Lobende Erwähnung:
Z DALEKA WIDOK JEST PIEKNY

Regie: Anka & Wilhelm Sasnal

2011

TYRANNOSAUR
Regie: Paddy Considine

2010

THE FOUR TIMES (LE QUATTRO VOLTE)
Regie: Michelangelo Frammartino

2009

EVERYTHING STRANGE AND NEW
Regie: Frazer Bradshaw

2008

EVERYBODY DIES BUT ME
Regie: Valeria Gaia Germanica

2007

THE BAND`S VISIT
Regie: Eran Kolirin