Formale, malerische Experimente
Filmfest 2002

Das Reich der Zeichen – Formale, malerische Experimente Rock In The Video Age Tim Wolf (2002, DV, 4‘00“) Energie mal ganz anders ... ein Farbbalkenspiel. Tracks Markus Bledowski (2001, 16 mm, 3‘00“) TRACKS ist ein Kratzfilm-Experiment. Eine Kombination des Mediums Film mit der Bewegung, der Moderne und mit dem Zufall. Der Film wird auf der Straße ausgelegt. Verschiedene Zeiten, Wetterzustände, Materialien ergeben unterschiedliche Muster. Die Autospuren sind nicht sichtbar – TRACKS sind entstanden. Globales Spiel 1 Javier Andrade Córdova (2002, DV, 2‘26“) In Ecuador, einem der kleinsten Länder Südamerikas, findet ein rascher Globalisierungsprozess statt. Der Film ist eine Metapher für die derzeit in diesem Land herrschende Atmosphäre. Ein Spiel mit Symbolen der nationalen Identität: die Farben der Flagge, die verlorene nationale Währung – Ecuador übernahm im Jahr 2000 den Dollar als Währung – die tiefe Frömmigkeit, etc. Die Bilder, die unterschiedlichen Versammlungsorten entstammen, vermischen sich, um den aktuellen Verlust an kulturellen und politischen Referenzen darzustellen. Metamorph Bernhard Grübel (2001, DV, 8‘12“) METAMORPH zeigt eine Abfolge morphender Lichtskulpturen. Er regt an zu Meditation, zu Assoziation, zu Komtemplation oder zu künstlerischer Formlust. Der Film ist hergestellt nur mit dem Licht der Sonne. Protogene Gestalten – Vorspiel zu Schöpfung ... Glüht die Stille Antal Lux (2001, DV, 4‘15“) Perlen für Charon, der die Toten in „Glühender Stille“ mit seinem Schiff in die Ferne segelt. Irgendwann kommen die lebendigen Seelen zurück und stärken sie, die Menschheit. Paul Valérys Ballade lieferte den Grundstoff zum Video. Im Reis der Zeichen Meggie Schneider und Bin-Chuen Choi (2001, 8 mm, 16 mm, S-VHS, DV, 9‘00“) Im Chinesischen besteht das Wort „Übersetzen“ – Fan Yig – aus zwei Zeichen. IM REIS DER ZEICHEN wird Fan Yig in dreizehn für sich stehende Subzeichen zerlegt. Den in chronologischer Reihenfolge aufgebauten Zeichen ist jeweils eine inhaltlich dem Zeichen entsprechende Bildkomposition zugeordnet, die sich wieder zu einem Ganzen, dem Ausgangszeichen zusammenfügt. In der visuellen Komprimierung wird die Weite des Begriffs „Übersetzen“ deutlich. Geometrix 1-3 Thomas Schmidl (35 mm, Beta-SP, 7‘10“) Gezeichnete, gekratzte und computergenerierte geometrische Formen erzeugen in einem virtuosen Spiel mit Rhythmus eine optische Musik. E3 Robert Seidel (2001/2002, DV, 3‘00“) E3 reflektiert den dreimonatigen grafischen Aufenthalt an einem neuen Ort, dessen anfängliche euphorische Atmosphäre dem beständig fressenden Alltag weicht. Sushi Restaurant Thomas Kratz (2002, DV, 7‘52“) SUSHI RESTAURANT dokumentiert eine bestehende Kunstarbeit, die in Form eines kleinen Sushi Restaurants unterhalb der Erdoberfläche von Sophie Dejode und Bertrand Lacombe in Südfrankreich gebaut wurde. Der Film transformiert sich über die anfangs dokumentarische Annäherung in ein eigenständiges Zeichensystem. Entscheidend dabei ist das Neue, eine aus der dokumentarischen Beschreibung des Originals entstehende Ebene, die sich zum Original wie eine Landkarte zum Land verhält. Higgs Monika Stellmach (2001, 35 mm, 8‘15“) Als würden wir im Traum einen Fährmann begleiten, im Zustand einer Überfahrt, irgendwo zwischen dem Higgs-Boson, dem kleinsten, jedoch wissenschaftlich noch nicht nachweisbaren, subatomaren Teilchen und Planet X, vielleicht am Rande unserer Galaxie. Danse macabre Ugo Dossi (2002, DVD, 28‘00“) Mit dem Vorspann beginnt eine sehr schnelle, virtuelle Raumfahrt. Der Betrachter fällt immer tiefer in eine Art astronomischen Raum. Sterne kommen entgegen und fliegen vorbei. Mit der selben Geschwindigkeit kommen extrem kurzzeitige Bildfragmente aus der Tiefe. Bildrhythmen und Zyklen werden erkennbar. Die im einzelnen ungreifbaren Bildinhalte fügen sich zu Szenen einer DANSE MACABRE.