Politik und ihre Bilder
Filmfest 2002

Visual Therapy – Politik und ihre Bilder Visual Therapy Prof. Dr. Harald Schleicher (2002, DV, 6‘10“) VISUAL THERAPY stellt eine Auseinandersetzung mit den Ereignissen des 11. September 2001 dar. Und mit den Versuchen, diese zu verarbeiten. Skizziert wird der Weg von den Bildern zu den Begriffen – und zurück. Begriffe, die sich nach den Bildern einstellen. Begriffe als Versuche, der Bilder „Herr“ zu werden. Kann es eine „Visuelle Therapie“ geben? Bushme.aif Kai Taugenichts (2002, DV, 4‘00“) BUSHME.AIF sind die Bilder des 11. September, ohne sie zu zeigen. George Bush macht aus dieser Gelegenheit eine Inszenierung, die aber aufgrund ihrer Spontanität nicht perfekt ist. Zwischenergebnis Thomas Deuber (2001, DV, 4‘00“) Der Film ist eine Reaktion auf die sich immer wiederholenden gleichen Bilder im Fernsehen in Zusammenhang mit dem Anschlag vom 11. September. Flug UA 093 RP Kahl (2002, Digi-Beta, 3‘00“) Ein schwarzes TV-Bild. Am unteren Rand läuft ein weißes Info-Laufband. In schwarzer Schrift beginnt ein Text. In kurzen, klaren Sätzen werden die letzten Minuten vor dem Absturz eines Flugzeuges der United Airlines am 11. September 2001 beschrieben. Allein das Wort wird zum Bild. Kampfgeist Christian Jamin (2002, DV, 3‘20“) Den Bildern des Voraustrupps deutscher Soldaten in Afghanistan und des Aufbruch deutscher Marine Richtung Suez-Kanal sind die O-Töne und Kommentare des letzten WM-Qualifikationsspiels der deutschen Nationalmannschaft unterlegt. Ceasefire Niklas Goldbach (2002, Digi-Beta, 4‘00“) Ein Nachrichtensprecher sitzt im Sendestudio, die Stimme der Aufnahmeleitung ist zu hören, die Sendung beginnt. Der Sprecher liest jedoch nichts vor, keine Beiträge werden eingespielt. Er sortiert seufzend wieder und wieder seine Unterlagen. Am unteren Bildrand läuft ein roter Crawl durchs Bild, doch auch hier: keine Meldungen. Nach ungefähr vier Minuten blickt er in die Kamera, die Sendung ist beendet.