Spione
Filmfest 2008

Der gelähmte Chef des Bankhauses Haghi führt unbemerkt ein Doppelleben. Er ist auch der Kopf einer internationalen Spionagezentrale, die mit Raub, Mord und Erpressung arbeitet. Der Leiter des Geheimdienstes setzt nun einen jungen Mitarbeiter, die Nr. 326, auf den großen Unbekannten an. Der wiederum erfährt davon und beauftragt die Russin Sonja, Nr. 326 zu beseitigen. Doch sie verliebt sich in ihr Opfer ... Transit Film Fritz Lang hat dieses Geschehnis in einem hinreißendem Tempo inszeniert. Ruhigere Stellen, die der psychologischen Vertiefung und der Untermalung der Atmosphäre dienen und die wirbelnden knallenden Effekte sind rhythmisch gut zueinander abgewogen. Ungewöhnliche Bildwirkungen sind dem Regisseur mehrfach ganz einzigartig gelungen; so der Übergang des Boxkampfes in Tanz, oder die Aushebung des Haghi-Bankhauses und manches andere – vor allem aber die geradezu grandiose, an den Nerven reißende Eisenbahnkatastrophe mit der anschließenden Autoverfolgung. Hans Wollenberg, Lichtbild-Bühne, Nr. 72, 23.3.1928 Der neue Fritz-Lang-Film der Ufa-Lichtspiele ist großartig gemacht und zeigt die außerordentlichen Regiefähigkeiten Langs. Die Handlung, die von der Art der Spannung eines Edgar Wallace-Romans ist, entfaltet sich blitzschnell und bringt wundervolle Großstadtaufnahmen, Eisenbahnunfälle und Telefontische – eine tolle optische Reportage, die zwar etwas zu viel mit gestellter Staffage arbeitet, aber blendende Ausschnitte und Übergänge zeigt und mit einem kaum zu übertreffenden Geschick zurechtgeschnitten ist. Siegfried Kracauer, Frankfurter Zeitung 11.4.1928 Lang hat sich mit diesem Film bewußt auf Weltgeltung eingestellt, und er hat erreicht, was er wollte. Mit dem Spione-Film ist erwiesen, daß der deutsche, der europäische Film weltmarktfähig ist. Er hat sich vor keinem Konkurrenten zu verstecken. Die Frage der Verbreitung dieses Films ist lediglich eine Frage der Organisation des Absatzes. In dieser Beziehung freilich kann Europa noch viel von Amerika lernen... Film-Kurier, 23.3.1928

tags: Spielfilm

Darsteller: Rudolf Klein-Rogge, Gerda Maurus, Lien Deyers, Louis Ralph

Credits

Regie: Fritz Lang