Chaotisch Ana
Filmfest 2008

Die 18-jährige Ana durchstreift zum ersten Mal in ihrem Leben die Straßen einer Großstadt, Madrid, und versucht das Chaos der auf sie eindringenden Eindrücke zu bändigen. Medem filmt ihre Hände, die wie sensorische Tentakel Energiefelder abzutasten scheinen, begleitet ihren Gang als tänzerische Trance. Einer der unglaublichen Augenblicke, wie sie nur der baskische Filmemacher zu schaffen weiß: aus der alltäglichen Szenerie entsteht reine Magie. Aufgewachsen ist Ana bei ihrem Ex-Hippie-Vater (sanfte, bewegende, kuschelbärige Vaterfigur: Matthias Habich) in einer höhlenartigen Behausung auf Ibiza: eine Künstlerin (sie malt) als mädchenhaft naive, "gute Wilde" à la Rousseau, die in Begegnung mit der Zivilisation auf eine Reise gehen wird, bei der sie ihre schicksalhafte Bestimmung, ihre früheren Leben, die große Liebe und den großen Trennungsschmerz kennenlernen wird. Ihr Chaos ist ein weiblich-fruchtbares, das sich gegen das Schreckenschaos der zerstörerisch-männlichen Herrschaftsordnung behaupten muss. Rainer Gansera, SZ


tags: Spielfilm

Darsteller: Manuela Vellés, Charlotte Rampling, Bebe, Asier Newman

Credits

Regie: Julio Medem