Marabus!
Filmfest 2011

Ein kleines Mädchen, versunken im Spiel. Die Playmobil-Eisenbahn, die unablässig im Kreis fährt. Schnitt. Marabus. Ein Zug im Bahnhof. Nicht nur die vielen Spielzeugeisenbahnen bewegen sich beständig im Kreis in Otar Iosselianis Film. Um das Ausbrechen geht es, um eine unstillbare Sehnsucht nach dem anderen Leben, während das eigene verrinnt. Ein Ausbruch auf Zeit, der dann ironischerweise im Gefängnis endet. Alles passiert ganz beiläufig, und diese Beiläufigkeit, ein elegantes Dahingleiten ist es, was MARABUS! auszeichnet. Eine stille Traurigkeit durchzieht den sprachlich aufs äußerste reduzierten Film, die gebrochen wird durch leise Komik im Spiel seiner Figuren, die sich begegnen, deren Wege sich kunstvoll überkreuzen, deren Schicksale sich verschränken, um dann doch wieder auseinanderzufallen. Am Ende sind sie sich nie begegnet. Thomas Waitz, Schnitt

tags: Spielfilm

Darsteller: Nico Tarielashvili, Lily Lavina, Philippe Bas, Stephanie Hainque, Mirabelle Kirkland

Credits

Regie: Otar Iosseliani