A FLAG WITHOUT A COUNTRY
Filmfest 2016

Real-Life Popstar Helly Luv ist auf einer Mission: Sie braucht 30 kleine kurdische Flaggen, fünf russische Kalaschnikows, einige syrische Flüchtlingskinder und einen stark sedierten Löwen für ihr neues Musikvideo. Narimar wiederum ist ein verwundeter Pilot, der auf Krücken durch die Stadt Erbil humpelt, um Schüler für seine Pilotenschule zu rekrutieren. So suchen beide unter den kurdischen Flüchtlingskindern aus Syrien nach Verstärkung, während in Rückblenden von ihrer eigenen Kindheit zur Zeit des Zweiten Golfkriegs erzählt wird. Bahman Ghobadi inszeniert seit fast zwanzig Jahren halb-dokumentarische Filme über sein Volk, die Kurden. In seinem aktuellen Film A FLAG WITOUT A COUNTRY ist nun eine neue Bedrohung für Kurdistan hinzugekommen: der IS.

tags: Arabische Welt, Dokumentarfilm, Gesellschaft, Krieg, Menschenrechte

Mit: Helly Luv, Nariman Anwar

Credits

Drehbuch: Bahman Ghobadi

Kamera: Jafar Aslani

Schnitt: Bahman Ghobadi, Batin Ghobadi

Musik: Bahman Ghobadi, Ashkan Kooshanejad, Vedat Yildirim, Bajar and Kardes Turkler, Huseyin Karabey, Lawje

Ton: Mohammad Towrivarian

Produzent*in: Bahman Ghobadi

Produktion (Firma): Mij Film Co

Regie: Bahman Ghobadi

Biografie

Bahman Ghobadi wurde 1969 in Baneh geboren, einer Stadt im iranischen Kurdistan nahe der iranisch-irakischen Grenze. Seine Kindheit war geprägt vom Ersten Golfkrieg, der die Familie auch zwang nach Sanandaj umzusiedeln. Nach seinem Schulabschluss zog es Ghobadi nach Teheran, wo er seine Karriere zunächst als Fotograf begann. Einige Zeit besuchte er das Iranian Broadcasting College, schloss dort aber nicht ab. Nach mehreren 8mm Kurzdokus gelang ihm 1999 der Durchbruch mit seinem hochgelobten Kurzfilm LEBEN IM NEBEL. Dieser gab auch seiner im darauffolgenden Jahr gegründeten Produktionsfirma Mij (Nebel) Film den Namen. Mij Film fördert und produziert seither kurdische Filme. Bahman Ghobadi: „Iran ist schon immer die Wiege für eine Vielzahl von unterschiedlichen ethnischen Gruppen wie Turkmenen, Kurden und Türken gewesen, und dennoch sind deren Stimmen kaum im iranischen Kino vertreten.“ Ghobadi selbst feierte mit dem ersten kurdischen Langfilm in der Geschichte des Iran ZEIT DER TRUNKENEN PFERDE (2000), sowie HALF MOON (2004) SCHILDKRÖTEN KÖNNEN FLIEGEN (2006) und PERSERKATZEN KENNT DOCH KEINER (2009) herausragenden Erfolge und gewann diverse internationale Preise, darunter die Caméra d'Or in Cannes, den Gläsernen Bären und Friedensfilmpreis auf der Berlinale, zweifach den Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals in San Sebastian, den Index on Censorship Filmpreis und unzählige Publikumspreise weltweit. Bahman Ghobadi erzählt seit nun fast zwanzig Jahren Geschichten von seinem Volk, den Kurden. Typisch für iranische Filmemacher ist dabei das semi-dokumentarische Kino mit Laiendarstellern.