ORESTES
Filmfest 2016

ORESTES ist eine Adaption der griechischen Tragödie auf die brasilianische Realität. Der Dokumentarfilm inszeniert in Form eines fingierten Gerichtsprozesses – jedoch mit realen Staatsanwälten und Verteidigern – die Geschichte eines modernen Orests, der seinen Vater umbringt, einen brutalen Mörder während der brasilianischen Militärdiktatur, um seine tote Mutter zu rächen. Es kommen Menschen zu Wort, die auf unterschiedliche Art und Weise mit der Justiz in Berührung gekommen sind und sich ihren Traumata auf dem Weg des Psychodramas neu stellen. Darunter die Tochter eines Politikers, der verurteilt und hingerichtet wurde, Fürsprecher und Gegner der Todesstrafe und eine Krankenschwester, die täglich mit den Folgen von Gewalt konfrontiert wird. Der Film zeigt auf, welche tiefgreifenden und verhängnisvollen Spuren die Militärdiktatur der 1970er Jahre in der Psyche und den offiziellen Narrativen der Brasilianer hinterlassen hat.

tags: Dokumentarfilm, Geschichte, Gesellschaft, Justiz, Krieg, Zeitgeschehen

Mit: Ñasaindy Barrett, Sandra Domingues, Eliana de Freitas, José Roberto Michelazzo, Marcelo Zelic

Credits

Drehbuch: Rodrigo Siqueira

Kamera: Leo Resende Ferreira

Schnitt: Lessandro Sócrates, Rodrigo Siqueira

Musik: Antonio Farinaci

Ton: Célio Dutra

Produzent: Rodrigo Siqueira

Koproduzent: Petra Costa

Produktion (Firma): 7Estrelo Filmes

Koproduktion (Firma): Busca Vida Filmes

Regie: Rodrigo Siqueira

Biografie

Rodrigo Siqueira wurde 1973 in Brasilien geboren. ORESTES ist sein zweiter Dokumentarfilm. Mit seinem Debütfilm THE EARTH GIVETH, THE EARTH TAKETH AWAY wurde er 2010/11 in Brasilien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Auf dem Dokfest Leipzig bekam Siqueira den „Young Talent Award” und auf dem CineLatino in New York wurde er als bester lateinamerikanischer Dokumentarfilmregisseur nominiert.