OUT 1: SPECTRE
Filmfest 2016

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Gekürzt und dennoch viereinhalb Stunden lang, ein Dokument des Aufbruchs und eine Fantasie der Kunst, voll von Zeitgeschichte und Mythologie: Jacques Rivettes OUT 1: SPECTRE, die viereinhalbstündige Kinofassung seines 13-stündigen Monolithen OUT 1: NOLI ME TANGERE, erzählt vom Paris der Achtundsechziger, von zwei Theatergruppen, die sich auf ihre je eigene Weise an Aischylos abarbeiten, und von einem jungen Mann, den anonyme Botschaften auf die Spur eines Geheimbundes bringen. Ein anspielungsreiches, wildes Stück Kino, eines der schillerndsten Werke der Nouvelle Vague, das ganz aus der Improvisation entstand und dabei in seiner Spontaneität und Entdeckerneugier bis heute unerreicht ist. Zur deutschen Premiere der restaurierten Fassung zeigt das FILMFEST MÜNCHEN ergänzend den aktuellen Dokumentarfilm LES MYSTÈRES DE PARIS: „OUT 1“ DE JACQUES RIVETTE REVISITÉ.

tags: Beziehung, Dokumentarfilm, Experimentalfilm, Gesellschaft, Theater

Mit: Jean-Pierre Léaud, Juliet Berto, Michael Lonsdale, Bulle Orgier, Bernadette Lafont

Credits

Drehbuch: Jacques Rivette, Suzanne Schiffman

Kamera: Pierre-William Glenn

Schnitt: Denise de Casabianca

Ton: René-Jean Bouyer

Produzent: Stéphane Tchalgadjieff

Produktion (Firma): Sunchild/Sunshine, Les Films du Losange

Verleih: absolut Medien GmbH

Regie: Jacques Rivette

Biografie

Jacques Rivette wurde 1928 in Rouen geboren und starb im Januar 2016 in Paris. Er war Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmkritiker. In der Cinémathèque française begegnete er regelmäßig François Truffaut, Jean-Luc Godard und Éric Rohmer. Die Nouvelle Vague enstand laut François Truffaut "nur dank Rivette". 1950 gründete er mit Rohmer "La Gazette du cinéma“. Er war einer der wichtigen Autoren der Zeitschrift "Cahiers du cinéma", aus deren Redaktion auch seine Kollegen Truffaut, Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und Eric Rohmer hervorgingen. Vom Kritiker bei "Cahiers du cinéma“ wurde er ab 1963 bis 1965 zu deren Chefredakteur. In den 50er Jahren begann Rivette als Assistent von Jean Renoir und Jacques Becker. 1958 drehte er seinen ersten abendfüllenden Spielfilm PARIS NOUS APPARTIENT. Rivette entwickelte mit seinen Schauspielern eine ungewöhnliche Arbeitsmethode, die viele seiner Filme charakterisiert. Es gab kein festes Drehbuch, die Darsteller improvisierten auf Grundlage mehr oder weniger festgelegter Plots. Viele seiner Schauspieler spielten in mehreren seiner Filme mit, u.a. Bulle Ogier, Juliet Berto, Jane Birkin, Michel Piccoli und Emmanuelle Béart. LA BELLE NOISEUSE gewann 1991 den Großen Preis der Jury bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes. Seine Filme GEHEIMSACHE (1998), DIE GESCHICHTE VON MARIE UND JULIEN (2003) und 36 VUES DU PIC SAINT-LOUP (2009) wurden auf dem FILMEST MÜNCHEN gezeigt.