WOLFSBURG
Filmfest 2016

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„Ich hatte damals das Buch ,Tatorte‘ von Joel Sternfeld, einem Fotografen, gelesen: Er hat Orte in den USA aufgenommen, an denen Morde passiert. Diese Orte hatten eine auratische Aufladung, durch die Fotografie, aber auch den Text, der da drunter stand: Hier an diesem Ort wurde eine Vierzehnjährige erschossen. Wenn man durch Deutschland fährt, gibt es diese Orte mit Kreuzen, manchmal ist auch eine Kerze davor, manchmal ein Teddybär oder die Lieblingskette des Opfers. Dass an jedem dieser Orte mit einem Kreuz eine Geschichte beginnt oder endet, hat mich immer beeindruckt.“ Phillip (Benno Fürmann), Autoverkäufer und gestresst von seiner Beziehung, fährt auf einer Landstraße nahe Wolfsburg einen Jungen an und begeht Fahrerflucht. Der Junge kommt ins Krankenhaus, die Mutter (Nina Hoss) bangt um sein Leben. Philip sucht, geplagt von Schuldgefühlen, das Krankenhaus auf, ist einigermaßen beruhigt, lernt die Mutter kennen. Als er jedoch an einem Kreuz an der Unfallstätte vorbeifährt, ist klar, dass das Kind gestorben ist, und die Geschichte nimmt eine neue Biegung.

tags: Schuld, Spielfilm, Stadt, Tod, Trauer/Trauma

Darsteller: Benno Fürmann, Nina Hoss, Astrid Meyerfeldt, Antje Westermann, Stephan Kampwirth

Credits

Drehbuch: Christian Petzold

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Stefan Will

Produktionsdesign: K.D. Gruber

Kostüme: Lisy Christl

Ton: Andreas Mücke-Niesytka

Produzent: Bettina Reitz

Produktion (Firma): teamWorx Television & Film GmbH

Koproduktion (Firma): Arte

Regie: Christian Petzold

Redakteur: Caroline von Senden

TV-Sender: Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF)

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.