GESPENSTER
Filmfest 2016

Der Berliner Tiergarten, früh morgens, als märchenhaftes Zauberreich, in dem sich zwei Mädchen kennenlernen: die Waise Nina (Julia Hummer) und die Vagabundin Toni (Sabine Timoteo). Gleichzeitig sucht eine Französin nach ihrem Kind, das vor Jahren entführt wurde. Sie will in Nina ihre Tochter erkennen, hält an dieser Vision fest, während Nina und Toni sich an diesem gespenstisch flüchtigen Ding namens Liebe versuchen. Nach einem erfolgreichen Casting, Thema: „Freundinnen“, werden sie vom herrlich aaligen Regisseur (Benno Fürmann) auf eine Party eingeladen, tanzen zu zweit in einem Raum, getaucht in leuchtendes Rot. „Jetzt waren diese Mädchen, die nicht wissen, wo sie hingehören, beim Casting und sind nun auf dieser Party. So nah sind sie nie irgendeiner Form von Identität gewesen: als Mädchen in einem Film oder einer Serie, ausgewählt! In diesem roten Raum sind sie in ihrer eigenen Blase, gehören sich. Das ist ihre Welt, ihr Rot. Aber sie müssen nur raustreten und schon sind sie in der Welt der anderen. Die eine bleibt in dieser Blase. Die andere aber geht raus und verrät sie damit.“

tags: Frauen, Liebe, Natur, Spielfilm, Trauer/Trauma

Darsteller: Julia Hummer, Sabine Timoteo, Marianne Basler, Aurélien Recoing, Benno Fürmann

Credits

Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Stefan Will, Marco Dreckkötter

Produktionsdesign: K.D. Gruber

Kostüme: Anette Guther

Ton: Andreas Mücke-Niesytka

Produzent*in: Florian Kerner von Gustorf, Michael Weber

Produktion (Firma): Schramm Film Koerner & Weber

Koproduzent: Anne-Dominique Toussaint

Koproduktion (Firma): Les Films des Tournelles, Bayerischer Rundfunk (BR), Arte, Arte France Cinéma

Verleih: PIFFL MEDIEN GmbH

Regie: Christian Petzold

Redakteur: Bettina Reitz, Andreas Streitmüller, Michel Reihlac

TV-Sender: Bayerischer Rundfunk (BR), Arte, Arte France Cinéma

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.