DREILEBEN – ETWAS BESSERES ALS DEN TOD
Filmfest 2016

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Ein außergewöhnliches Fernsehprojekt: drei Filme, die als Trilogie lose durch Figuren, Motive, einen Sommer, einen Kriminalfall, einen Ort verbunden sind. Jeweils einen Teil steuerten Christian Petzold, Dominik Graf und Christoph Hochhäusler zu DREILEBEN bei. Bei Petzold gerät der Krimi – ein entflohener Sexualsträfling, der seinen Mordsdrive nicht verliert – zu Gunsten der nicht weniger bösen Turbulenzen einer Teenager-Romanze, frei nach dem Undine-Mythos, weitgehend aus dem Blickfeld: Der Zivildienstleistende Johannes und die aus Sarajevo geflüchtete Ana kommen sich näher, aber selbst der Song „Cry Me a River“, den Johannes Ana übersetzt, gibt der Liebenden keine Garantie dafür, einzigartig zu sein. „Auf der Filmakademie waren wir umgeben von Liebesgeschichten über Teenager. Jeder drehte das. Ich dachte mir aber: Ich bin dreißig, ich kann doch jetzt nicht 18-jährige Mädchen casten - irgendwie fand ich das nicht okay und habe mir damals geschworen, so etwas nie in meinem Leben zu machen. Bei DREILEBEN hat das aber unheimlich Spaß gemacht. Ich mache jetzt noch einen historischen Film und danach drehe ich eine ganz kleine Teenagerliebesgeschichte in Berlin. So was holt man einfach nach, wenn man alt ist. Man erinnert sich an diese Zeit, es ist eine Melancholie da.“

tags: Jugend/Coming of Age, Liebe, Sexualität, Spielfilm, Verbrechen/Mord

Darsteller: Jacob Matschenz, Luna Zimić Mijović, Vijessna Ferkic, Rainer Bock, Konstantin Frolov

Credits

Drehbuch: Christian Petzold

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Stefan Will

Produktionsdesign: K.D. Gruber

Kostüme: Anette Guther

Ton: Andreas Mücke-Niesytka

Produzent: Florian Koerner von Gustrof, Michael Weber

Produktion (Firma): Schramm Film Koerner & Weber

Regie: Christian Petzold

Redakteur: Bettina Reitz

TV-Sender: Bayerischer Rundfunk (BR)

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.