PHOENIX
Filmfest 2016

Nach BARBARA gleich noch ein Film, der zurück in die deutsche Geschichte blickt: Im Herbst 1945 kehrt die Jüdin Nelly nach Deutschland zurück. Sie war im Konzentrationslager Ausschwitz, ihr Gesicht ist zerstört und muss rekonstruiert werden. Als sie ihren Liebhaber von einst, Johnny, in der Bar „Phoenix“ aufsucht, erkennt dieser sie nicht. Er glaubt, dass Nelly tot ist, hält aber die Frau, die er nun kennenlernt, für jemanden, der Nelly ähnlich sieht. Er überredet sie, ihm bei einem Plan zu helfen: Sie soll die Rolle von Nelly spielen, damit er an die Erbschaft der Verstorbenen herankommt. In einer Kellerwohnung modelliert er die vermeintlich Fremde zu der Nelly von einst um, während Nelly versucht, der Erinnerung ihres Lovers von einst auf die Sprünge zu helfen. Ein Wechselspiel von Annäherung und Ablösung. Und ein doppelbödiger Film über Verdrängtes und die seltsame Kunst des Inszenierens. „Die Erkenntnis kam mir während des Drehs: Dass dieser Mann im Keller, der eine Frau umbaut, der ihr sagt, wie sie sich kleiden und schminken soll und ihr eine Geschichte gibt, dass der gar nicht so weit weg ist vom klassischen männlichen Regisseur. Das war auch schmerzhaft zu sehen.“


Zu diesem Film können mit Hilfe der App GRETA Audiodeskriptionen für Sehgeschädigte auf dem eigenen Device geladen werden. Die App STARKS ist für Hörgeschädigte und liefert Untertitel auf dem eigenen Device.

tags: Beziehung, Geschichte, Spielfilm, Trauer/Trauma

Darsteller: Nina Hoss, Ronald Zehrfeld, Nina Kunzendorf

Credits

Drehbuch: Christian Petzold, Harun Farocki

Originalvorlage: Hubert Monteilhet

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Musik: Stefan Will

Produktionsdesign: K.D. Gruber

Kostüme: Anette Guther

Ton: Dominik Schleier

Produzent: Florian Koerner von Gustorf, Michael Weber

Produktion (Firma): Schramm Film Koerner & Weber, Tempus Film

Koproduktion (Firma): Bayerischer Rundfunk (BR), Westdeutscher Rundfunk (WDR), Arte

Weltvertrieb: The Match Factory GmbH

Verleih: PIFFL MEDIEN GmbH

Regie: Christian Petzold

Redakteur: Bettina Ricklefs, Frank Tönsmann, Andreas Schreitmüller, Hubert von Spreti, Monika Lobkowicz

TV-Sender: Bayerischer Rundfunk (BR), Westdeutscher Rundfunk (WDR), Arte

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.