POLIZEIRUF 110: KREISE
Filmfest 2016

Matthias Brandt und Barbara Auer auf der Suche nach einem Killer, der eine Frau im Wald umgebracht hat. „Der Titel bezieht sich zunächst mal auf die Kreise einer Modelleisenbahn. Ich komme aus einer Modelleisenbahnerfamilie. Dort fanden Generationskonflikte statt, die ich später in Berlin in ähnlichen Kreisen wiedergefunden habe. Einerseits gibt es den Modelleisenbahner, der sich eine Art AfD-Welt baut: Da ist ein Kreis, ein Dorf, ein Supermarkt, ein Kino. Es gibt keine Ausländer, alles ist in Ordnung. Andererseits gibt es eine jüngere Generation, die möchte, dass die Komplexität der Wirklichkeit sich in dieser Modellwelt widerspiegelt. Die haben diesen Kreis aufgebrochen, so dass die Modelleisenbahn nicht immer wieder diese harmonische Welt unveränderlich umkreist, sondern zwischendurch abtaucht und irgendwo anders wieder auftaucht. Es gibt eine Streckenführung außerhalb des Blickfelds. Darum geht es: um einen Ausbruch aus diesen Kreisen durch ein Verbrechen.“

tags: Familie, Liebe, Spielfilm, Thriller, Verbrechen/Mord

Darsteller: Matthias Brandt, Barbara Auer, Justus von Dohnányi, Luise Heyer, Daniel Sträßer

Credits

Drehbuch: Chistian Petzold

Kamera: Hans Fromm

Schnitt: Bettina Böhler

Produktionsdesign: K.D. Gruber

Kostüme: Katharina Ost

Ton: Peter Preuß

Produzent*in: Jakob Claussen, Uli Putz

Produktion (Firma): Claussen+Putz Filmproduktion GmbH

Regie: Christian Petzold

Redakteur: Cornelia Ackers, Tobias Schultze

Biografie

Christian Petzold wurde 1960 in der nordrhein-westfälischen Stadt Hilden geboren. Nach Abschluss des Zivildiensts zog er 1981 nach Berlin, wo er an der Freien Universität Germanistik und Theaterwissenschaft studierte. Nach seinem Abschluss 1989 folgte ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während dieser Zeit arbeitete er als Regie-Assistent bei Hartmut Bitomsky und Harun Farocki und schrieb als Filmkritiker für diverse Publikationen. 1994 drehte Petzold mit PILOTINNEN seinen Abschlussfilm an der dffb. Nach den Fernsehfilmen CUBA LIBRE und DIE BEISCHLAFDIEBIN drehte er mit DIE INNERE SICHERHEIT (2000) seinen ersten Kinofilm. Das Drama um einen Jugendlichen und seine Eltern, die als Terroristen gesucht werden, wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Filmpreis in Gold für den Besten Film. 2001 arbeitete Petzold erstmals mit Nina Hoss zusammen (TOTER MANN), mit der er gleich den nächsten Film drehte: WOLFSBURG (2003) wurde bei der Berlinale mit dem FIPRESCI-Preis ausgezeichnet und erhielt den Adolf-Grimme-Preis in Gold. Mit Nina Hoss drehte Petzold auch YELLA (2007), JERICHOW (2009) und BARBARA (2012). Zu seinen Fernseharbeiten zählt eine Episode des Dreiteilers DREILEBEN (2011). Petzolds jüngster Kinofilm PHOENIX (2013/2014), erneut mit Nina Hoss in der weiblichen Hauptrolle, erhielt u.a. den Preis der internationalen Filmkritik auf dem Filmfestival San Sebastián. Zu den ständigen kreativen Mitarbeitern Petzolds gehören Kameramann Hans Fromm, Cutterin Bettina Böhler, der Filmarchitekt K.D. Gruber und Komponist Stefan Will.