HOMMAGE: REINHARD HAUFF
Filmfest 2017

Altersfreigabe

Reinhard Hauff ist der vielleicht unbekannteste bekannte deutsche Regisseur. Zwischen 1968 und 1989 legte er ein filmisches Werk vor, das in Sachen Wandlungsfähigkeit und sozialer Relevanz seinesgleichen sucht: Von Unterhaltungsformaten und Sozialreportagen fürs Fernsehen in den Siebzigern, geriet er bald in den kreativen Kreis des neuen Deutschen Films um Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff und wurde schließlich zu einem der wichtigsten Regisseure seiner Zeit. Sein Œuvre reicht von Heimatfilmen über Knast- und Gerichtsdramen sowie Familientragödien und Psychologiestudien bis hin zu einem Musical – eint seine Filme doch immer wieder eines: Sie eröffnen kritische Perspektiven und ermöglichen im Blick zurück auch aktuelle Perspektiven. Im Rahmen der Hommage zeigt das FILMFEST MÜNCHEN 13 Filme von Reinhard Hauff.

BITTE BEACHTEN SIE: Im Rahmen der Hommage wird der Film MESSER IM KOPF gezeigt.

tags: Special Event

Biografie

Reinhard Hauff wurde 1939 als Sohn eines Regierungsdirektors in Marburg geboren. Für das Literatur- und Soziologie-Studium kam er nach München, wo er sehr schnell beim Fernsehen landete. Geprägt von seinem berühmten Mentor, dem Show-Regisseur Michael Pfleghar, machte Hauff ab 1964 zunächst Unterhaltungssendungen bei der Bavaria Atelier GmbH. Aber eigentlich wollte auch immer zum Film: Ab 1968 drehte er Dokumentationen, Fernsehspiele und Kinofilme und gründete 1974 gemeinsam mit Volker Schlöndorff und Eberhard Junkersdorf die Produktionsfirma BIOSKOP-FILM. Es folgten zahlreiche Spielfilme, unter anderem der Gerichtsfilm STAMMHEIM – BAADER-MEINHOF VOR GERICHT, der Hauff 1986 einen Goldenen Bären auf der Berlinale einbrachte. 1993 zog sich langsam aus dem aktiven Filmemachen zurück und prägte bis 2005 als Direktor der Deutschen Film und Fernsehakademie in Berlin den Nachwuchs. Reinhard Hauff lebt mit seiner Frau in München.