LES GARÇONS SAUVAGES
Filmfest 2018

Gute Erziehung ist keine Selbstverständlichkeit, unabhängig von der sozialen Zugehörigkeit. Fünf Jungs aus reichen Kreisen begehen Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ein furchtbares Verbrechen. Sie werden einem alten Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn Manieren beibringen soll. Gegen die Schikanen ihres Erziehers begehren sie bald auf und stranden auf einer Insel, deren bizarre Gewächse mysteriöse Kraft auf sie ausüben. Einige magische Metamorphosen finden in dem Spielfilm-Debüt des französischen Experimentalkünstlers Bertrand Mandico statt. Mit Geschlechteridentitäten – die fünf Jungs werden von jungen Frauen verkörpert – spielt er ebenso wie mit Motiven der Filmgeschichte. Das Ergebnis: ein Insel-Fantasyfilm der surrealen, erotischen Sorte.

tags: Experimentalfilm, Jugend/Coming of Age, Science Fiction/Fantasy, Sexualität, Spielfilm, Surreal

Darsteller: Pauline Lorillard, Vimala Pons, Diane Rouxel, Anaël Snoek, Mathilde Warnier

Credits

Drehbuch: Bertrand Mandico

Kamera: Pascale Granel

Schnitt: Laure Saint-Marc

Musik: Pierre Desprats, Hekla Magnúsdóttir

Produktionsdesign: Astrid Tonnellier

Kostüme: Sarah Topalian

Ton: Simon Apostolou, Daniel Gries

Produzent: Emmanuel Chaumet

Produktion (Firma): Ecce Films

Verleih: Bildstörung

Regie: Bertrand Mandico

Biografie

Bertrand Mandico, geboren 1971 in Toulouse, studierte Animation an der Filmhochschule „Gobelins“ in Paris, drehte mit LE CAVALIER BLEU einen animierten Kurzfilm, um sich daraufhin mit viel Experimentiergeist dem Realfilm zu widmen. Mit LA CHANSON DU JARDINIER FOU legte er 1997 seinen ersten Kurzfilm vor. Für den deutsch-französischen TV-Sender Arte drehte er einige Film-Miniaturen. VIE ET MORT D’HENRY DARGER hatte 2012 seine Premiere auf den Filmfestspielen in Venedig. Mit der isländischen Filmemacherin Katrin ÓIafsdóttir verfasste er 2012 ein Manifest unter dem Titel „L’internationale Incohérence“ („Die internationale Inkohärenz“), in dem sie fordern, dass Filme „keiner ästhetischen oder narrativen Tendenz folgen dürfen“, sondern stattdessen vor allem „cinematografisch und damit angreifbar sein müssen“. Bertrand Mandico experimentiert mit diversen künstlerischen Mitteln, mit Ton und Bild, gerne in Form filmischer Collagen. Er dreht vor allem Kurzfilm-Zyklen, zum Beispiel HORMONA, eine Trilogie über Sex und Erotik. LES GARÇONS SAUVAGES ist sein erster abendfüllender Spielfilm, gedreht auf der französischen Insel La Réunion.