LES GARDIENNES
Filmfest 2018

Der Erste Weltkrieg zieht die Männer an die Front und lässt die Frauen in der Heimat zurück. In der Absenz ihres Gatten und ihrer Söhne kümmert sich Hortense um den Familienbesitz, eine Farm mit anliegenden Kornfeldern, während ihre Tochter Solange den Haushalt besorgt. Als die Ernte naht, stellt Hortense als zusätzliche Hilfe die junge Francine ein. Diese macht sich mit der Zeit unentbehrlich, wird Teil der Familie. Kompliziert wird es, als einer der Söhne, George, vom Krieg heimkehrt und Interesse an Francine entwickelt, obwohl er schon einer anderen versprochen war. Im Dorf entsteht noch mehr Unruhe, weil Solange verdächtigt wird, den hausgemachten Brandy sowie ihren Körper an die US-Soldaten zu verkaufen. Ein subtiles Drama von Xavier Beauvois, Cannes-Gewinner mit VON MÄNNERN UND GÖTTERN (2010), mit betörenden Landschaftsaufnahmen und Szenen der Feldarbeit, die an jene von Terrence Malicks IN DER GLUT DES SÜDENS (1978) erinnern.

tags: Arbeit, Frauen, Geschichte, Natur, Spielfilm

Darsteller: Nathalie Baye, Laura Smet, Iris Bry, Cyril Descours, Gilbert Bonneau

Credits

Drehbuch: Xavier Beauvois, Marie-Julie Maille, Frédérique Moreau

Originalvorlage: Ernest Pérochon

Kamera: Caroline Champetier

Schnitt: Marie-Julie Maille

Musik: Michel Legrand

Produktionsdesign: Yann Megard

Kostüme: Anaïs Romand

Ton: Christophe Giovanonni, Loïc Prian, Damien Boitel, Éric Bonnard

Produzent*in: Benoît Quainon, Sylvie Pialat

Produktion (Firma): Les Films du Worso

Koproduzent: Pauline Gygax, Max Karli, Michel Merkt, Romain Le Grand, Vivien Aslanian

Koproduktion (Firma): Rita Production, Pathé, Orange Studio, France 3 Cinéma, KNM, Versus production, RTS Radio Télevision Suisse

Weltvertrieb: Pathé Distribution

Regie: Xavier Beauvois

Biografie

Xavier Beauvois, geboren 1967 in Auchel, Pas de Calais, ist ein französischer Schauspieler, Autor und Regisseur. Beauvois, ein Autodidakt, debütierte 1986 mit dem Kurzfilm LE MATOU. Ein Jahr darauf arbeitete er als Regie-Assistent für André Téchniés Film DIE UNSCHULDIGEN und Manoel de Oliveiras MEIN FALL. In Michel Bénas Kurzfilm DANIEL ENDORMI (1988) sammelte er erstmals Erfahrungen als Schauspieler. 1991 legte er mit NORD sein Spielfilmdebüt vor. Er fungierte sowohl als Drehbuchautor wie Regisseur und übernahm selbst die Hauptrolle. Es folgten mehrere Auftritte als Nebendarsteller in Filmproduktionen, darunter DIE KLEINEN FREUDEN DES LEBENS (1994) von Michel Devilles. Auch für seinen zweiten Spielfilm, VERGISS NICHT, DASS DU STERBEN MUSST (1995) übernahm er selbst die Hauptrolle. Der Film gewann 1995 den Jurypreis bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes. DIE FRAU DES CHEFS (2000) mit Benoît Magimel und Nathalie Baye in den Hauptrollen hatte seine Weltpremiere in Venedig. Beauvois besetzte Baye erneut in EINE FATALE ENTSCHEIDUNG (2005). Für ihre Darstellung einer alkoholkranken Polizistin gewann sie einen César für die beste Hauptdarstellerin. Erst 2010 kam sein nächster Film in die Kinos: VON MENSCHEN UND GÖTTERN handelt von Zisterziensermönchen in Algerien, die mit einer Gruppe von Terroristen konfrontiert werden. Das auf einem wahren Fall basierende Drama wurde in Cannes mit dem großen Jurypreis ausgezeichnet, war Frankreichs Einreichung für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ und gewann einen César für den besten Film. Immer wieder spielte er auch in Filmen mit, beispielsweise LEB WOHL, MEINE KÖNIGIN! (2012) und MONSIEUR CHOCOLAT (2016). Vor LES GARDIENNES (2017) drehte Beauvois die Komödie LA RANCON DE LA GLOIRE (2014) über ein Gaunertrio, das auf die Idee kommt, den Sarg von Charlie Chaplin auszugraben, um von dessen Familie ein Lösegeld zu erpressen.