DIE FAUST IM GESICHT
Filmfest 2018

Allein die Eingangssequenz ist umwerfend: Eine Folge von Point-of-View-Shots, Schläge in die Kamera, mitten ins Gesicht, bis die Sicht verschwommen wird und der Körper längs auf den Boden kracht. Erst nach dem K. o., im Spiegel offenbart der Held sich: Anthony Quinn als Luis „Mountain“ Rivera, die Visage demoliert durch einen Gegner, der in einem kurzen Moment sich als Cassius Clay entpuppte, später bekannt als Muhammad Ali. Die spätere Sportlegende hat nur diesen kurzen Cameo-Auftritt. Der Film dreht sich um Mountain, ein Berg von Mann, der seine besten Box-Jahre mit dieser Niederlage endgültig hinter sich hat. Aufgrund eines diagnostizierten Hirnschadens sowie der Gefahr, dass er beim nächsten Kampf auf einem Auge blind werden könnte, will er sich eine neue Beschäftigung suchen. Eine nette Jobberaterin (Julie Harris) kümmert sich um ihn, geht mit ihm aus, vermittelt ein Bewerbungsgespräch: Mountain könnte Leiter in einem Sommercamp für Kinder werden. Sein langjähriger Freund und Manager Maish (Jackie Gleason) hat jedoch Schulden bei der Mafia und möchte Mountain als Wrestler verheizen. Der Film basiert auf einem Live-Fernsehdrama von 1956, in dem Jack Palance den abgehalfterten Boxer spielte. Ralph Nelson inszenierte fürs Fernsehen und besorgte auch die düstere Filmadaption, in der Mickey Rooney den besorgten Trainer von Mountain spielt.

tags: Älterwerden, Liebe, Sport, Verbrechen/Mord, Spielfilm

Darsteller: Anthony Quinn, Jackie Gleason, Mickey Rooney, Julie Harris, Stanley Adams

Credits

Drehbuch: Rod Serling

Kamera: Arthur J. Ornitz

Schnitt: Carl Lerner

Musik: Laurence Rosenthal

Produktionsdesign: Nathaniel Burr Smidt

Kostüme: John Boxer

Ton: Edward J. Johnstone

Produzent*in: David Susskind

Produktion (Firma): Columbia Pictures Corporation

Weltvertrieb: Park Circus Group

Regie: Ralph Nelson

Biografie

Ralph Nelson, geboren 1916 in New York, war Film- und Fernsehregisseur, Produzent, Drehbuchautor und Schauspieler. Im Zweiten Weltkrieg diente er im Flugkorps der US-Armee. Nelson drehte in den 1960er- und 1970er-Jahren eine Reihe historischer gesellschaftskritische Filme. LILIEN AUF DEM FELDE stand im Wettbewerb der Berlinale 1963 und wurde in der Kategorie „Bester Spielfilm“ für einen Oscar nominiert. Nelson adaptierte mit CHARLY (1968) den gleichnamigen Roman von Daniel Keyes für die Leinwand. Für seine Darstellung eines geistig Zurückgebliebenen in diesem Film gewann Cliff Robertson einen Oscar. In Spielfilmen wie DUELL IN DIABLO (1966) spielte er kleine Nebenrollen. Er ist der Vater des Informationstechnikpioniers Theodor Holm Nelson, der 1965 die Begriffe Hypertext und Hypermedia prägte. Ralph Nelson starb 1987 im kalifornischen Santa Monica im Alter von 71 Jahren.