MURER - ANATOMIE EINES PROZESSES
Filmfest 2018

Lange dauerte es, bis Franz Murer in Graz vor Gericht gestellt wurde. Von 1941 bis 1943 war Murer, einst angesehener Großbauer und Lokalpolitiker, im Ghetto Vilnius einer der Hauptverantwortlichen für die Tötung der dort internierten Juden. Erst durch die juristische Intervention von Simon Wiesenthal landete der „Schlächter von Vilnius“ 1962 vor dem Richterstuhl. Überlebende des Massenmords reisten extra zum Prozess an, um gegen ihn auszusagen, im Dienste der Gerechtigkeit. Dennoch wurde Franz Murer freigesprochen. Ausgehend von den originalen Gerichtsprotokollen erzählt Regisseur Christian Frosch in seinem intensiven filmischen Kammerspiel von diesem Justizskandal und beleuchtet die politischen Strategien, die hinter dem Urteil steckten.

tags: Geschichte, Justiz, Spielfilm, Verbrechen/Mord

Darsteller: Karl Fischer, Alexander E. Fennon, Roland Jaeger, Melita Jurisic, Karl Markovics

Credits

Drehbuch: Christian Frosch

Kamera: Frank Amann

Schnitt: Karin Hammer

Musik: Anselme Pau

Produktionsdesign: Katharina Wöppermann

Kostüme: Alfred Mayerhofer

Ton: Gregor Kienel

Produzent*in: Viktoria Salcher, Mathias Forberg

Produktion (Firma): Prisma Film- und Fernsehproduktion GmbH

Koproduzent: Adrien Chef, Paul Thiltges

Koproduktion (Firma): Paul Thiltges Distributions

Weltvertrieb: Paul Thiltges Distributions

Regie: Christian Frosch

Biografie

Christian Frosch wurde 1966 in Waidhofen an der Thaya, gelegen im nördlichen Waldviertel in Niederösterreich, geboren. Nachdem er eine Fotografenausbildung an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien absolviert hatte, besuchte er zunächst die Filmakademie Wien, um schließlich an die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb) zu wechseln, wo er sein Regiestudium beendete. Er hat seither zehn Kurzfilme gedreht und sechs lange Kinodrehbücher realisiert. Mit DIE TOTALE THERAPIE legte er 1996 sein Langfilmdebüt vor. Sein mit Blixa Bargeld verfasstes Skript dazu wurde mit dem Carl-Mayer-Drehbuchpreis ausgezeichnet. K.AF.KA FRAGEMENT von 2001 mit Lars Rudolph als Franz Kafka gewann beim International Film Festival Rotterdam den Pearl of the World Award und den Spezialpreis der Jury auf dem Kinotawr-Festival in Sotschi. Gemeinsam mit Kristina Konrad und Ursula Scribano gründete er 2002 die Produktionsfirma weltfilm. Für VON JETZT AN KEIN ZURÜCK (2014) erhielt er den Publikumspreis der Diagonale 2015 und den Österreichischen Filmpreis 2016 in der Kategorie Bestes Drehbuch. Er hat zudem zahlreiche Spiel- und Dokumentarfilmprojekte betreut. Christian Frosch lebt in Berlin und Baden in der Nähe von Wien.