LIBERTÉ
Filmfest 2019

Altersfreigabe

Traditionen? Vorschriften? Moralische Grenzen? Nein, damit können Madame de Dumeval, der Herzog de Tesis und der Herzog de Wand nicht sonderlich viel anfangen. Sie wollen frei sein, sich nichts mehr vorschreiben lassen – doch dafür werden sie im Frankreich des Jahres 1774 am sittenstrengen Hof Ludwig XVI. mit Verbannung bestraft. So suchen sie Zuflucht beim preußischen Libertin Graf von Walchen, charismatisch dargestellt von Helmut Berger. Ein Wald irgendwo zwischen Potsdam und Berlin wird zu einem Ort des lustvollen Experimentierens, des schmerzvollen Aufbegehrens gegen eine verlogene Gesellschaft. Losgelöst von den Bestimmungen der Welt sucht das Trio in orgiastischen Spielen die ultimative Freiheit und Subjektivität… Das auf dem gleichnamigen Theaterstück basierende historische Drama des katalanischen Kino-Altmeisters Albert Serra erhielt 2019 bei den Filmfestspielen in Cannes in der Sektion Un Certain Regard den Spezialpreis der Jury.

tags: Geschichte, Gesellschaft, Queer, Sexualität, Spielfilm

Darsteller: Helmut Berger, Marc Susini, Iliana Zabeth, Théodora Marcadé, Baptiste Pinteaux

Credits

Drehbuch: Albert Serra

Kamera: Artur Tort

Schnitt: Ariadna Ribas, Albert Serra, Artur Tort

Musik: Marc Versager, Ferran Font

Kostüme: Rosa Tharrats

Ton: Jordi Ribas

Produzent: Pierre-Olivier Bardet, Joaquim Sapinho, Albert Serra, Montse Triola

Koproduzent: Felix von Boehm

Produktion (Firma): Idéale Audience

Koproduktion (Firma): Andergraun Films, Rosa Films, LUPA Film

Weltvertrieb: Films Boutique

Regie: Albert Serra

Biografie

Albert Serra wurde 1975 in der katalanischen Stadt Banyoles im Nordosten Spaniens geboren. Er studierte Literaturtheorie und Komparatistik an der Universität von Barcelona, wo er 2006 promovierte. Sein erster Spielfilm HONOR DE CAVALLERIA, eine Neuinterpretation von Don Quixote, hatte 2006 in der Quinzaine des Réalisateurs bei den Filmfestspielen in Cannes Premiere. Auch später blieb er historischen Figuren treu. In dem Drama STORY OF MY DEATH, das den Goldenen Leoparden gewann und 2015 ebenfalls auf dem FILMFEST MÜNCHEN zu sehen war, erzählt er von der Begegnung Casanovas mit Dracula. DER TOD VON LOUIS XIV. (2017) konfrontiert uns mit den ungeschminkten letzten Tagen des Sonnenkönigs. Darüber hinaus ist der katalanische Filmemacher auch für seine experimentellen Installationen, Theateraufführungen und Performances bekannt.