100 Jahre Bavaria Film

Heimische Klassenzimmer und ferne Planeten waren hier zu finden, klaustrophobische U-Boote und glamouröse Clubs, selbst das Brandenburger Tor standen schon mal da – im Laufe ihrer 100-jährigen Geschichte haben die Bavaria Studios viele Formen angenommen, uns fremde Welten gezeigt oder mit auf Zeitreisen genommen. So etwa bei DER OCHSENKRIEG (1920), die erste Produktion, die auf dem neuen Gelände in Geiselgasteig, im Süden von München, entstanden war und von einem eskalierenden Konflikt zwischen dem Kloster Berchtesgaden und den Ramsauer Bauern im Jahr 1420 erzählt.

Mit einer neuen Musik von Hans-Jürgen Buchner, Sänger der Band Haindling, unterlegt ist der Stummfilm einer von drei restaurierten Titeln, die das FILMFEST MÜNCHEN zu Ehren der deutschen Institution zeigt und die stellvertretend für die bewegte und bewegende Geschichte stehen. Der Abenteuerfilm WASSER FÜR CANITOGA (1939) mit Volksidol Hans Albers sollte beispielsweise wie andere Titel der Nazi-Zeit das kriegsgeplagte Publikum den Alltag vergessen lassen, wenn ein Ingenieur im Kanada des frühen 20. Jahrhunderts mysteriösen Saboteuren auf der Spur ist.

Der neue, längere Director’s Cut von Dominik Grafs DIE SIEGER (1994) hingegen bezieht seine Spannung nicht aus vergangenen Epochen oder weit entfernten Schauplätzen. Der Thriller um einen Polizisten, der einer Verschwörung nachgeht, führt vor Augen, dass Filme im hier und jetzt spielen und dabei doch zeitlos sein können. So wie auch Bavaria Film seit der Gründung im Jahr 1919 – damals unter dem Namen Münchner Lichtspielkunst – viele Wandlungen durchgemacht hat und dabei doch immer ein Ort bleibt, an dem Träume wahr werden können.

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