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Das Programm des FILMFEST MÜNCHEN 2021 ist da!

Fabio Kühnemuth
Fabio Kühnemuth

In diesem besonderen Jahr zeigt das 38. FILMFEST MÜNCHEN 70 Langfilme aus 29 Ländern, darunter 28 Deutschlandpremieren und 33 Weltpremieren – alle auf der großen Leinwand, an acht Open-Air-Locations und in sieben Filmfest-Kinos. Dabei geht es in vielen Filmen um Fragen der Gemeinschaft und Dazugehörigkeit, um sexuelle Identität und Reisen in imaginierte Welten. Es ist ein engagiertes und zugleich unterhaltsames Line-Up, mit Filmen, die ihre eindringlichen Geschichten mit sommerlicher Leichtigkeit erzählen.

Das Programm des FILMFEST MÜNCHEN 2021 ist da!

Auf der Suche nach einem (neuen) Zuhause

Ein Themenschwerpunkt des diesjährigen Programms dreht sich um filmische Erforschungen des Zuhauseseins bzw. der Heimatlosigkeit. Dabei geht es beispielsweise um die Rückkehr in die alte Heimat, etwa in Franka Potentes Regiedebüt HOME, oder dem sehr persönlichen Spielfilm RESIDUE von Merawi Gerima. Sind die alten Nachbarschaften, mit denen man einige Erinnerungen verbindet, durch Gentrifizierung und Strukturwandel unerkennbar geworden – oder hat sich vielmehr die/der Einzelne selbst verändert? Während die einen freiwillig zurückkehren, werden andere gewaltsam vertrieben. So müssen eine Mutter und ihre kleine Tochter in TOPSIDE (Regie: Celine Held und Logan George) ihre Community in den U-Bahn-Tunneln New Yorks verlassen, werden an die Oberfläche getrieben und erleben eine Odyssee durch feindselige, transitorische Orte. Ben Sharrock erzählt in LIMBO anhand von vier Asylsuchenden, die auf einer schottischen Insel auf die Bearbeitung ihres Asylverfahrens warten, humorvoll-surreal vom Sich-Zurechtfinden in einem komplett neuen Umfeld.

 

Ete 85 Online 01

Sommer 85

Ausbruchsversuchen und fantastischen Parallelwelten

Überhaupt werden ernste und komplexe Themen häufig spielerisch aufgegriffen. Dabei sind das Ausbrechen, das Sich-Freimachen von gesellschaftlichen Zwängen und engstirnigen (Geschlechter-)Konventionen das Ziel der Figuren, ihr Freiheitsdrang und Emanzipationswille die ausschlaggebenden Triebfedern. So lernt die junge afrodeutsche Protagonistin von IVIE WIE IVIE (Regie: Sarah Blaßkiewitz) ihre ungleiche Halbschwester kennen und stellt zunehmend ihre Sozialisation und ihr Selbstbild infrage. François Ozons SOMMER 85 erzählt eine bittersüße Geschichte von der ersten queeren Liebe und einem schmerzhaften Verlust. Das alles spielt sich vor sommerlicher Traumkulisse ab; genau wie die intime aber spannungsreiche Beziehung unter den Schwestern in LE SORELLE MACALUSO (Regie: Emma Dante). Eine märchenhafte Coming-of-Age-Geschichte erzählt auch MAYDAY von Karen Cinorre. Hier findet sich die Protagonistin plötzlich in einer feministischen und satirisch zugespitzten Parallelwelt wieder. Nicht weniger ironisch und metaphorisch erzählt Iuli Gerbase in A NUVEM ROSA von einer Frau, die von gesellschaftlich festgezurrten Rollenbildern gefangen gehalten wird.

 

Außergewöhnliche Genre-Filme

Auch Genre-Fans kommen auf ihre Kosten, etwa bei Kiyoshi Kurosawas historischem Spionage-Thriller WIFE OF A SPY oder dem dramatischem Netflix Horror-Thriller BLOOD RED SKY von Peter Thorwarth. Eine tragikomische Rachegeschichte erzählt indes Anders Thomas Jensen, der Großmeister des schwarzen skandinavischen Humors, in seinem neuen Film HELDEN DER WAHRSCHEINLICHKEIT mit einem großartigen Ensemble um Mads Mikkelsen. Und während der Science-Fiction-Film TIDES (Regie: Tim Fehlbaum) einen hypothetischen Blick in eine nicht allzu ferne Zukunft wirft, kosten zwei Komödien mit Kultpotenzial – Helena Hufnagels GENERATION BEZIEHUNGSUNFÄHIG und HEIKOS WELT von Dominik Galizia – das Hier und Jetzt voll aus.

 

Wife Of A Spy Online 01

Wife of a Spy

In diesem Sommer präsentieren wir ein äußerst vielfältiges Open-Air-Programm mit unterhaltsamen, aber auch anspruchsvollen Filmen und tollen Gästen. Gemeinsamer Filmgenuss unter freiem Himmel und in den Kinosälen – dafür steht dieses Jahr das FILMFEST MÜNCHEN.

Festivalleiterin Diana Iljine
Tides Online 01

tides

 

Reihen und Wettbewerbe

Wie immer sind auch die beiden Wettbewerbsreihen, die jeweils zehn Deutschlandpremieren präsentieren, wieder am Start. Der Wettbewerb CineMasters zeigt ein „Best Of“ des internationalen Weltkinos, das große Namen neben spannenden Entdeckungen präsentiert. Mit dabei sind in diesem Jahr u.a. François Ozon (SOMMER 85), Anders Thomas Jensen (HELDEN DER WAHRSCHEINLICHKEIT) und Zaida Bergroth (TOVE). Im Fokus des Wettbewerbs CineVision stehen internationale Regietalente, die mit ihrer Filmsprache neue Wege beschreiten. Die Filme des diesjährigen Wettbewerbs erzählen insbesondere von (weiblicher) Selbstbestimmung und Emanzipation. In der Sektion Spotlight tummeln sich hochkarätig besetzte Glanzstücke des internationalen Kinos, etwa Emma Seligmans Debüt SHIVA BABY, ebenso wie der Musik-Dokumentarfilm A-HA – THE MOVIE (Regie: Aslaug Holm und Thomas Robsahm) oder Anni Seitz‘ intimes Portrait DU KANNST MICH FRAGEN WAS DU WILLST – FRANZ SEITZ.

Allen, die es kurz und knackig mögen, seien das BEST OF FILMSCHOOLFEST und die Gewinner-Kurzfilme des Online-Festivals UNIFIED FILMMAKERS ans Herz gelegt.

Bereits bekanntgegeben wurden die Filme der Reihen Neues Deutsches Fernsehen und Neues Deutsches Kino. Alle Filme dieser beiden Reihen werden als Weltpremiere gezeigt.

Kinderfilmfest

Als Sektion speziell für das junge Publikum lädt auch das Kinderfilmfest zu einer ganz besonderen Festivalausgabe mit fünf Filmen und ganz viel Nachmittags-Open-Air ein. Die Realverfilmung des Kinderbuchklassikers LAURAS STERN (Regie: Joya Thome) eröffnet das Kinderfilmfest als Weltpremiere. Mit Tobias Krell („Checker Tobi“) als neuem Leiter, einem digitalen Schulworkshop und einer Jugendserie beschreitet das Kinderfilmfest zudem neue Wege. Mehr Informationen zum Programm des Kinderfilmfests gibt es in den nächsten tagen hier.

 

Ehrengäste und Filmmakers Live!

Wie bereits bekannt, ehrt das FILMFEST MÜNCHEN bei seiner diesjährigen Open-Air-Ausgabe gleich vier großartige Frauen, die das internationale Kino vor und hinter der Kamera maßgeblich mitgeprägt haben: Die große Senta Berger sowie US-Schauspielerin und Regisseurin Robin Wright werden jeweils mit dem CineMerit Award für ihre Verdienste um die Filmkunst ausgezeichnet. Das künstlerische Multitalent Franka Potente erhält den Margot Hielscher Preis und die Hommage gilt der international bekannten, mehrfach preisgekrönten polnischen Regisseurin Małgorzata Szumowska. Zu einer Filmpremiere gehören natürlich auch Premierengäste. Wann immer möglich, werden Mitglieder von Cast und Crew der gezeigten Filme anwesend und auch bei „Filmmakers Live!“-Veranstaltungen im Gasteig zu Gast sein. In jedem Fall gibt es aber voraufgezeichnete Q&As mit den Filmschaffenden, die vor den jeweiligen Screenings zu sehen sein werden. Darüber hinaus wird es auch ausgiebige digitale „Filmmakers Live!“-Gespräche mit ausgewählten Gästen (z.B. CineMerit-Preisträgerin Robin Wright) geben, die online veröffentlicht werden.

 

I Predatori Online 02

i Predatori

Suzanna Andler Online 02

Suzanna Andler

Mainstream Online 04

Mainstream

 

Abschlussfilme

Enden wird die 38. Festivalausgabe mit einem feierlichen Schlussakkord. Statt eines Abschlussfilms gibt es in diesem Jahr gleich sechs Abschlussvorstellungen. Am Abend des 10. Juli werden an verschiedenen Spielstätten folgende Filme und Serien gezeigt: ERNA AT WAR von Henrik Ruben Genz mit Trine Dyrholm in der Hauptrolle, I PREDATORI von Pietro Castellitto, MAINSTREAM von Gia Coppola mit Andrew Garfield, SUZANNA ANDLER von Benoît Jacquot, der Animationsfilm ROTZBUB von Marcus H. Rosenmüller sowie, in Kooperation mit dem Seriencamp, die Serie GLAUBEN von Daniel Prochaska nach Ferdinand von Schirach.

 

Ticket-Vorverkauf

Der Ticket-Verkaufsstart ist für die 25. Kalenderwoche geplant. Alle Informationen hierzu werden natürlich noch rechtzeitig bekanntgegeben. Übrigens: Die wichtigsten Fragen rund um unsere diesjährige Festivalausgabe beantworten wir euch in unseren fortlaufend aktualisierten FAQ.

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