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Die Stadt wird bunt

Barbara Oswald
Barbara Oswald

Das diesjährige FILMFEST MÜNCHEN Design entworfen von der niederländischen Illustratorin Zeloot

Die Stadt wird bunt

Mit der Idee des Sommers zu arbeiten, dem lässigen Stadtleben in München, den entspannten Begegnungen mit Filmstars, dem Publikum selbst.

Zeloot

Dies war der Ausgangspunkt für das Motiv des 39. FILMFEST MÜNCHEN, das von der niederländischen Illustratorin Zeloot entwickelt wurde. Zeloot alias Eline van Dam hat schon für mehrere Festivals gearbeitet und illustriert auch für DIE ZEIT, das SZ-Magazin, The New York Times oder Le Monde. So wurde auch Abc&D auf sie aufmerksam, das Designstudio, das seit nunmehr 10 Jahren das Corporate Design des FILMFEST MÜNCHEN entwickelt. Zeloots vibrierender, psychodelischer Stil, der das Team an Arbeiten von Heinz Edelmann (Art Director des Beatles-Films YELLOW SUBMARINE) und andere Künstler aus der Counterculture, Psychodelic Art und an Underground Comics der 60er und 70er Jahre erinnert, sagte Manuel Trüdinger und Justin von Keisenberg von Abc&D sofort zu und sie fanden, dass Zeloots Bilderwelten perfekt zum Filmfest passen würden. Zeloot sagt darüber selbst: “Ich bin daran interessiert, Bilder als Lösungen zu erfinden. Ich übersetze Inhalte oder Emotionen in ein lesbares Bild, nicht als Dekoration eines Textes, sondern als dessen Darstellung.“

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Zeloot alias Eline van Dam

Zeloot, oder auf Deutsch Zelot, bedeutet übrigens Fanatiker:in - meist im religiösen oder ethischen Sinn verwendet. Eline wählte den Namen, weil sie leidenschaftlich in ihre Arbeit eintaucht, auch weil sie ihn grafisch mit dem Z und den beiden Os ansprechend fand und sie andererseits einen Künstlernamen wollte, der ihr Geschlecht nicht verrät.

Wie kam es, dass sie zu einer weltweit bekannten Illustratorin wurde? Schon seit ihrem 5. Lebensjahr wollte Eline van Dam Malerin werden, doch nach ihrem Abschluss in bildender Kunst in Den Haag, fühlte sie, dass sie mit ihren 21 Jahren noch zu jung und unerfahren für die Kunstwelt war, vor allem, wenn es darum ging, mit Galerien zu verhandeln. Also zog sie hinaus in die Welt, organisierte Veranstaltungen und zeichnete nebenbei Plakate und Flyer für die Underground-Musikszene. Sie begann dann als Illustratorin für eine Agentur zu arbeiten, fühlte sich jedoch bald nur noch wie ein Werkzeug: „Da waren all diese großen Marken, die versuchten, mich zu bekommen – eine dieser jungen "Underground"-Künstlerinnen – und die bereit waren, einen groß rauszubringen, auszubeuten und dann wieder auszuspucken. Nur für Geld zu zeichnen, war für mich keine Motivation. Ich dachte, ich hasse Illustration.“ In der Musikszene machte sie sich jedoch weiter einen Namen und gestaltete bald Plakate für größere Bands wie The Decemberists und Sonic Youth.

Erst als Eline vor 14 Jahren Mutter wurde und nach Berlin zog, begann sie wieder als Illustratorin zu arbeiten. Wie es der Zufall so wollte, kam just in diesem Augenblick eine Anfrage vom Art Director von The New Yorker Magazine für eine Illustration für einen Artikel. Sie sagte zu und ist seitdem als Illustratorin weltweit gefragt, arbeitet für zahlreiche Zeitungen, Zeitschriften und Kulturveranstaltungen.

 

 

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Beim Designstudio Abc&D

 

Das Designbüro Abc&D hat Eline nicht viele Vorgaben gemacht, wie das diesjährige Plakatmotiv fürs FILMFEST MÜNCHEN aussehen soll. Einzig das Grundthema wird festgelegt: „Wir stellen seit Beginn unserer Zusammenarbeit mit dem Filmfest jedes Jahr ein Thema in den Mittelpunkt: Das Publikum, die Stars, die Filme, dieses Jahr eben die Stadt, den urbanen Raum. Zentrales Motiv ist aber immer die Sonnenbrille, die von den Illustrator:innen, mit denen wir das Motiv gemeinsam entwickeln, interpretiert wird.“ Zeloot entwickelte daraus die kubistisch wirkendende Stadt, die wir auf dem diesjährigen Plakat sehen können, bevölkert von den unterschiedlichsten Menschen, die wir alle auf das FILMFEST MÜNCHEN einladen. Die Diversität ihrer Figuren ist ihr dabei besonders wichtig: „Ich zeichne sehr gerne starke Frauen, Frauenkörper, denen man nicht so leicht entkommen kann, viel lieber als dekorative, zerbrechliche Figuren. Ich versuche immer, stereotype Männer und Frauen zu vermeiden.“  Und so stammen die genderfluiden Figuren, ebenso wie die Frauen, Männer und Kinder verschiedener Hautfarben alle aus dem wunderbaren Zeloot-Universum.

Wenn sie Motive für Festivals entwirft, steht bei Eline die Atmosphäre im Mittelpunkt, die sie mit einem kleinen Hauch von Humor ausschmückt. Zu spezifisch und erzählerisch darf man dabei nicht werden, findet sie:  

Ich mag es, für Festivals zu arbeiten, Festivals sind eine Zeit des Feierns rund um Kultur. Eine kleine Zeit-Insel in einem Ozean der unruhigen Realität.

Zeloot

Was für ein schöner Gedanke, den wir als Team des FILMFEST MÜNCHEN zu 100% teilen. Daher freuen wir uns, dass sie dieses Jahr mit an Bord ist und danken ihr für das inspirierende Motiv. Wir freuen uns auf den Sommer, kommt vorbei, es wird bunt.

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