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STIMMEN, VIELSCHICHTIG

Sedat Aslan
Sedat Aslan

Tagestipps Mittwoch, 29. Juni:

Am heutigen Mittwoch können Sie auf dem FILMFEST MÜNCHEN was erleben – nämlich vielfältige und starke Stimmen von Künstler:innen aus der ganzen Welt, die unsere Alltagserfahrungen auf überraschende Weise in Frage stellen..

STIMMEN, VIELSCHICHTIG

DER KINO-NACHMITTAG: UNGEWOHNT FAMILIÄR

 

Um 16 Uhr haben Sie im Rio 1 die letzte Chance, MUTTER  (Reihe Neues Deutsches Kino) von Carolin Schmitz zu sehen – in diesem überraschenden Hybridwerk führt Anke Engelke in kongenialer Weise acht dokumentarische Frauenstimmen in einer inszenierten Figur zusammen, was ein Mosaik von Mutterschaft erzeugt. Die inszenierten Sequenzen strotzen vor gestalterischer Kraft und erzählen dabei eine ganz eigene Geschichte. Wie gemalt für die große Leinwand!

In MARTE UM von Gabriel Martins, der um 17 Uhr im Filmmuseum läuft, wird die Wahl Jair Bolsonaros zum Präsidenten Brasiliens thematisiert. Die Familie Martin zählt zur Unterschicht Brasiliens, lässt sich aber die positive Lebenseinstellung von den sozialen Umständen nicht nehmen. Mit der Wahl fällt das Träumen jedoch zunehmend schwerer. Wird es Zeit, das Land zu verlassen, oder sollte man mit Widerstandsgeist bleiben? Ein hervorragender Film, den Sie heute in der Deutschlandpremiere sehen können. Nach dem Screening gibt es ein Q&A mit einer der Schauspieler:innen, Camilla Damião.

Im Zuge dessen sei Ihnen auch unser morgiges FILMMAKERS LIVE: A NEW GENERATION OF WOMEN IN LATIN AMERICAN CINEMA empfohlen, in der die Schauspielerinnen, Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen von CARAJITA, MARTE UM und MEDUSA – Cecile van Welie, Ulla Prida, Anita Rocha da Silveira und eben Camilla Damião – gemeinsam auf einem Panel sitzen. Termin: Donnerstag, 30. Juni um 15:30 Uhr im Karolinensaal des Amerikahauses, der Eintritt ist frei!

Carajita Online2

Carajita

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DER KINO-ABEND: TANZEN IM NEBEL

 

Der alte Mann und der Nebel – eine berührende Parabel über den profitorientierten Wandel der Zeiten, dem sich der Protagonist Domingo mit schießwütiger Vehemenz entgegenstellt. Er besitzt ein eigenes Stück Land in den verregneten, nebelverhangenen Bergen Costa Ricas

das jedoch in naher Zukunft von einem Highway durchzogen sein soll. Den finanziellen Verlockungen und perfiden Einschüchterungen gibt Domingo nicht nach, denn er will bis zu seinem Tod an dem Ort bleiben, wo er einst zusammen mit seiner Frau gelebt hat. Allnächtlich besucht sie ihn – als sanfter, blauer Nebel. DOMINGO Y LA NIEBLA, ein wunderbar poetischer Film, zu sehen um 20 Uhr im Theatersaal des Amerikahauses. Nach dem Film gibt es steht Ihnen Regisseur Ariel Escalante Meza Rede und Antwort – auch dies ist die letzte Chance, den Film auf dem diesjährigen FILMFEST MÜNCHEN zu sehen.

Ganz anders „nebulös“ erzählt Regisseur Timo Müller in DER ROTE BERG (Reihe Neues Deutsches Kino), ein herausfordernder, enigmatischer Film, der die Leinwand mit dem fast mystisch aufgeladenen titelgebenen Sandsteinfels ausfüllt und sich zwischen Genres und sonstigen Kategorisierungen bewegt. Die eingangs genannte Vielstimmigkeit zieht sich auch durch diesen Film und fügt sich bei jedem Zuschauer zu einem ganz individuellen Bild zusammen. Ein besonderes Filmerlebnis, das man in dieser Form viel zu selten zu sehen bekommt – heute um 20 Uhr im City 2, im Anschluss ans Screening können Sie dem Regisseur Fragen stellen, Ihre Seheindrücke und Interpretationen schildern.

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Das leben ein tanz

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Aftersun

Unser heutiger Open-Air-Titel ist der bewegte und bewegende DAS LEBEN EIN TANZ vom renommierten französischen Regisseur Cédric Klapisch (u. a. L'AUBERGE ESPANOL), der sich um die junge Tänzerin Élise dreht, die sich eines Tages während einer Aufführung verletzt. Ob sie jemals wieder tanzen dürfen wird, steht in den Sternen. Um sich erst einmal neu zu orientieren, reist sie mit einer Freundin und deren Partner in die Bretagne. In Zusammenarbeit mit dem israelischen Choreografen Hofesh Shechter nimmt uns Klapisch mit in eine Welt großer Gefühle und mitreißender Tänze, aber auch der leisen Geschichten und Sinnfragen. Unterm Himmelsfirmament um 21:30 Uhr im Kino, Mond & Sterne sicher ein besonderes Erlebnis!

In AFTERSUN von Charlotte Wells erinnert sich Sophie an den mit ihrem Vater verbrachten All-Inclusive-Türkeiurlaub in den 90ern, als sie noch ein Mädchen war. Eine fast unbeschwerte Zeit des Heranwachsens, zwischen den beiden ist ein liebevoll-neckisches Band wie bei Geschwistern. Der Vater hat jedoch auch Stimmungsschwankungen und kommt seinen Erziehungspflichten nicht immer gewissenhaft nach. Dieses triumphale, lang nachhallende Debüt kommt frisch zu uns aus der Kritikerwoche in Cannes und markiert eine echte neue Stimme im Weltkino. Das nuancierte, wahrhaftige Spiel, unter anderem von Shooting-Star Paul Mescal, kann um 22 Uhr im Rio 1 bewundert werden.

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