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Aufbruch und Ausbruch bestimmt das Programm des 39. FILMFEST MÜNCHEN

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Endlich ist wieder Zeit für ein großes Filmfest. Nach unserer kleineren Open-Air-Ausgabe 2021 kehren wir dieses Jahr wieder mit 120 Filmpremieren in die Kinos der Stadt zurück. Filme aus 52 Ländern werden auf Münchner Leinwänden zwischen dem 23. Juni und dem 2. Juli 2022 ihr Zuhause finden.

Vor allem filmische Innovationen und entfesselte Kreativität haben die Programmer:innen des FILMFEST MÜNCHEN dieses Jahr in vielen Projekten entdeckt. Daher ist es mehr als passend, wenn dieses Jahr genau für solche ungewöhnlichen Filmperlen ein neuer internationaler Wettbewerb eingeführt wird. Die Reihe CineRebels bietet eine neue Plattform für Formensprenger unter den Filmemacher:innen sowie für cinephile Abenteurer:innen, die sich gerne im und vom Kino überraschen lassen. Zehn Filme stehen zur Auswahl für den mit 10.000 Euro dotierten CineRebels Award, der von einer dreiköpfigen Jury vergeben und von unserem neuen Hauptpartner AUDI gesponsert wird. Unter den Wettbewerbsbeiträgen befinden sich der poppige Animationsfilm QUANTUM COWBOYS, der das Westerngenre in 21. Jahrhundert überführt, das klaustrophobische Kammerspiel THE PENULTIMATE, das einen Wasserprüfer in den Mikrokosmos eines skurrilen Wohnblocks begleitet, und der märchenhafte Film L’ENVOL, in dem die Musikerin Juliette eine sonderbare Prophezeiung erhält.

Neben den CineRebels bieten auch die etablierten Wettbewerbe CineMasters und CineVision jeweils zehn internationale Werke, welche die Bandbreite filmischen Schaffens abbilden. Neben dem Eröffnungsfilm CORSAGE von Marie Kreutzer, laufen bei den CineMasters die neuesten Werke großer Regisseur:innen, wie BROKER von Hirokazu Kore-eda, BENEDICTION von Terence Davies oder MEHR DENN JE von Emily Atef. Die eindrücklichsten Regiedebüts – zum Beispiel Charlotte Wells AFTERSUN über einen jungen Vater, der seinen Pflichten nicht gewachsen ist, oder WAR PONY des Regisseurinnenduos Riley Keough und Gina Gammell, die den American Dream aus einer indigenen Perspektive schildern – feiern im Wettbewerb CineVision ihre Deutschlandpremiere.

Wie jedes Jahr stehen bei uns auch 2022 die Begegnungen zwischen dem Publikum und den Filmemacher:innen im Mittelpunkt. Bei rund 25 „Filmmakers Live!“ -Gesprächen sowie vielen Q&As direkt nach den Screenings wird es möglich sein, den Stars Fragen zu ihren Projekten zu stellen.

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Der neue Film FREIBAD von Doris Dörrie

Zwei europäische Stars würdigt das Filmfest dieses Jahr besonders als Ehrengäste. Die italienische Schauspielerin Alba Rohrwacher, eine der feinsinnigsten Schauspielerinnen des internationalen Films, die durch ihr zurückgenommenes, präzises Spiel und ihre Wandelbarkeit besticht, erhält den diesjährigen CineMerit Award. Mit ihr ehrt das FILMFEST MÜNCHEN eine Freundin des Festivals für ihre Verdienste um das zeitgenössische Kino. Im Rahmen der Ehrung wird DAS PFAUENPARADIES gezeigt: ein Familiendrama, in dem Rohrwacher die Rolle der zurückhaltenden Schwiegertochter übernimmt.

Eine Hommage widmet das FILMFEST MÜNCHEN in diesem Jahr außerdem der deutschen Ausnahmeregisseurin Doris Dörrie, die sich in ihrem neuen Film FREIBAD dem Frausein und seinen vielfältigen Formen und Bedeutungen mit feinem Humor und Offenheit für Dissens nähert. Ihr facettenreiches, mutiges und stets nahegehendes filmisches Schaffen begeistert seit Jahrzehnten das Publikum – in der Hommage werden ihr Frühwerk MITTEN INS HERZ und – frisch restauriert – BIN ICH SCHÖN? gezeigt.

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Es gibt zudem erneut Kooperationen mit wichtigen Münchner Kulturinstitutionen: Das FILMFEST MÜNCHEN greift die aktuelle Ausstellung „TransVision” des neuen Festivalzentrums Amerikahaus mit mehreren internationalen Werken auf, die sich dem Thema Trans-Identitäten aus filmischer Perspektive widmen sowie einem eigenen „Filmmakers Live!“, in dem diese Perspektiven diskutiert werden. Der brasilianische Film PALOMA von Marcelo Gomes feiert sogar seine Weltpremiere beim Filmfest. In ihm kämpft eine Trans-Frau um ihr Recht zu heiraten. In unmittelbarer Nachbarschaft im Kunstareal kooperiert das FILMFEST MÜNCHEN bereits zum dritten Mal mit dem Museum Brandhorst. Anlässlich der neuen Ausstellung „Future Bodies from a Recent Past – Skulptur, Technologie, Körper seit den 1950er-Jahren“ zeigt das Festival ein von Charlie Fox kuratiertes Programm mit Klassikern des Subgenres „Body Horror“. Alle diese Filme beschäftigen sich mit wandelnden Körperbildern – auch in ihren monströsen Formen. Doch auch unter den diesjährigen Premieren gibt es Filme aus dem Subgenre des „Body Horror“. In Riley Stearns DUAL muss sich Karen Gillan ihrem Klon in einem Duell auf Leben und Tod stellen, während in A BANQUET eine höhere Macht den Besitz des Körpers einer Teenagerin ergreift. Und in WATCHER wird Maika Monroe nach IT FOLLOWS schon wieder verfolgt. Oder bildet sie sich das nur ein?

 

Entdecken Sie unser komplettes Filmprogramm des 39. FILMFEST MÜNCHEN hier.

Tickets können Sie ab 17. Juni voraussichtlich um 16 Uhr in unserem Webshop und an den Vorverkaufsstellen von München Ticket erwerben.

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