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Freitag, 05.07.2019

Virtual Worlds - Die Gewinner

ACCUSED #2: WALTER SISULU und A FISHERMAN'S TALE gewinnen bei Virtual Worlds

Virtual Worlds - Die Gewinner

Kuratorin Astrid Kahmke moderiert die Preisverleihung der VIRTUAL WORLDS Reihe


Die ersten Gewinner des Munich Deer stehen fest: Nicolas Champeaux und Gilles Porte mit ihrer Experience ACCUSED #2: WALTER SISULU und Balthazar Auxietre und Alexis Moroz mit A FISHERMAN’S TALE nehmen die Preise der neuen Filmfest-Reihe Virtual Worlds mit nach Frankreich. Die Jury aus Myriam Achard vom Phi Centre Montréal, Chloé Jarry vom Lucid Realities Studio Paris und Colum Slevin von Facebook kürte den 360-Grad-Film über Nelson Mandelas Mentor Walter Sisulu am Donnerstagabend im Muffatwerk zur besten linearen Experience. Gleich zwei Preise gingen an “A Fisherman’s Tale” als beste interaktive Experience und als allgemein die beste immersive Arbeit.

Die Grundlage von ACCUSED #2: WALTER SISULU bilden Audioaufnahmen aus dem sogenannten Rivonia-Prozess 1962 bis 1964 gegen Mitglieder des African National Congress, in dem Nelson Mandela und seine Mitstreiter zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden. Da es keine Filmaufnahmen der Gerichtsverhandlungen gibt, bildet die Experience sie mit grob schwarz-weiß gezeichneten Animationen von Oerd Van Cuijlenborg nach, die Zuschauer sitzen mitten im Kreuzverhör. Die Experience sei ein Werk “von großer historischer Relevanz, das historische Archivaufnahmen hervorragend nutzt, beispielhaft künstlerischen Ausdruck zeigt und vor allem einen Sinn für Figuren, Zeit und Ort hervorruft, der nur durch das Medium der Virtuellen Realität erreicht werden konnte”, begründete die Jury ihre Entscheidung für die französisch-deutsche Koproduktion. Die Macher der Experience erreichte die Nachricht zu spät. Zur Preisverleihung waren sie schon wieder in Frankreich und bedankten sich per Videobotschaft.

Die Gewinner: ACCUSED #2: WALTER SISULU und A FISHERMAN'S TALE


Dem VR-Puzzle A FISHERMAN’S TALE hat die Jury nach langem Überlegen zwei Preise verliehen. Es handelt sich um eine Geschichte über einen Leuchtturmbewohner, die mit der Wahrnehmung von Dimensionen spielt. Den Preis erhalte die Experience für den “hervorragenden Einsatz von Größenverhältnissen, eine ausgeklügelte Weltarchitektur und einen zusammenhängenden Sinn für Erzählung”, schreibt die Jury in ihrer Laudation. Das alles sei “sehr rund und mit viel Selbstvertrauen umgesetzt, aber vor allem ruft es Spaß und kindliche Freude hervor”. Balthazar Auxietre sagte “der Preis ist ein großes Geschenk, das uns motiviert, weiterzumachen.”

Die Kuratorin von Virtual Worlds, Astrid Kahmke vom Bayerischen Filmzentrum, dankte bei der Preisverleihung ihrer “Familie”, der VR-Community, sowie dem Filmfest, den Unterstützern aus Québec und Frankreich, den Stiftern des Preises, Epic Games und Unreal Engine, ihrem Team vom Bayerischen Filmzentrum und den Juror*innen.

Die Jury & die Festivalmacher: Jurymitglied Colum Slevin, Virtual Worlds Kuratorin Astrid Kahmke, Jurymitglied Myriam Achard, Festivaldirektorin Diana Iljine, Jurymitglied Chloé Jarry, Künstlerischer Leiter Christoph Gröner

Insgesamt traten 21 Experiences beim Wettbewerb an. Nach einer dreitägigen Ausstellung im Isarforum, deren rund 3000 Slots beinahe ausgebucht waren, einem interessanten Vortragsprogramm am Professional Day und B2B-Market, endet die erste Virtual-Worlds-Reihe im Rahmen des Filmfest Münchens mit einer Party mit einer Live-Perfomance des VR-Künstlers Stuart “Sutu” Campbell.

Benedikt Frank